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29.09.2004 |
| Nur noch 25 Wochen bis zu meinem Comeback. Die Zeit vergeht im Flug.
Gestern wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und bin endlich wieder zu Hause. Um den dortigen Pflegefall kümmern sich meine 3 Frauen. Gerade für meine Frau ist das bestimmt keine leichte Zeit. Quengelnde kleine Mädchen und ein alter Kindskopf sind keine einfache Aufgabe. Ich gefalle mir auch nicht in der Rolle des verletzten, sich auf Krücken bewegenden alten Mannes, der rückwärts die Treppe in unserem Haus runter gehen muss, weil er durch die Eingriffe an beiden Knien nicht einmal eine Treppe vernünftig runter kommt. Ich hasse es einfach, auf Hilfe angewiesen zu sein. Aber dieser Zustand wird noch Wochen andauern und in der nächsten Woche beginnt der letzte Teil meiner Fußball-Lehrer-Ausbildung an der Sporthochschule in Köln. Bin gespannt wie ich dort zurecht komme. Ein Pfleger aus dem Krankenhaus hat mich zum Abschluss nur noch Robocop genannt. Aber auch diese Zeit werde ich schon hinter mich kriegen. In der nächsten Woche steht dann auch meine Medizin-Prüfung auf dem Programm. Leider kann ich mir kein Thema aussuchen. Sonst wäre es mit hundertprozentiger Sicherheit das Thema, „Patellasehnenruptur und mögliche Gefahren nach einem operativen Eingriff“. Nun verbringe ich also die letzte Woche meines Praktikums auf dem heimischen Sofa. Das ganze Praktikum, welches ich ja bei der Profimannschaft absolviert habe, lief unglücklich. Ich persönlich habe mir viel mehr davon versprochen. Andere bekamen die Gelegenheit bei ihren Vereinen mitzutrainieren oder bei Mannschaftssitzungen dabei zu sein. Bei uns war es leider nicht der Fall. Auch deshalb wollte ich eigentlich meine letzte Praktikumswoche auf Mallorca verbringen. Oli Reck hatte Verbindungen auf die Insel und so hätte ich dort bestimmt eine sportlich interessante Woche verbringen können, leider machte mein Knie mir einen Strich durch die Rechnung. Ich möchte nämlich noch lernen und dazu bekamen wir auf Schalke, bedingt auch durch den Trainerwechsel, aber auch davor, einfach keine Gelegenheit. Nun bin ich natürlich gespannt auf die weitere Entwicklung von unserem Verein. Eddy hat zusammen mit Oli Reck hervorragende Arbeit in den letzten Wochen geleistet. Hoffentlich geht es in den nächsten Monaten unter R. Rangnick so weiter. Er ist ein anerkannter Fachmann und wird schon seine Klasse hier unter Beweiß stellen können. Wir alle sollten ihm dabei helfen und ihn unterstützen. Buyo |
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27.09.2004 |
| Heute gab es einen 2:1 Auswärtssieg unsererseits gegen den momentanen Tabellenletzten der Oberliga Westfalen, Fichte Bielefeld. A. Cebe traf zur 1:0 Führung, der Ausgleich der Bielefelder resultierte aus einem Elfmeter. So ging es auch in die Halbzeitpause. Kurz vor dem Abpfiff konnte der eingewechselte St. Bork den 2:1 Siegtreffer schießen. Dieser Erfolg war, gerade nach den beiden Pleiten in der Meisterschaft, verdammt wichtig. Aber eigentlich muss man solche Siege auch von unserer Mannschaft erwarten. Eine Mannschaft die unter professionellen Bedingungen trainieren darf, über hochambitionierte Nachwuchstalente verfügt, gepaart mit erfahrenen Spielern wie Antwerpen, Grauer, Vogt, Beckmann und heute Th. Kläsener. Deshalb könnte ich wahnsinnig werden, wenn uns Lippstadt, Kornharpen und Hassel die Punkte klauen. Solche Punktverluste entscheiden über Meisterschaften und wir haben uns eigentlich auf die Fahne geschrieben, oben mitspielen zu wollen. Das geht aber nur über konzentrierte Leistungen. Wenn das umgesetzt wird, was in jedem einzelnen steckt, dann wird es schwer sein diese Mannschaft zu schlagen. Vom spielerischen sind wir bestimmt weit über dem Ligaschnitt. Ob von der Einstellung und dem Herz, das müssen wir in jedem Spiel von neuem unter Beweiß stellen. Von der Krankenfront gibt es wenig Neues. Am Wochenende passiert sowieso wenig in den Krankenhäusern und bei der heutigen Visite der behandelnden Ärzte, wurden mir meine Genesungsaussichten positiv beschrieben. Bei vernünftigem Einheilen der transplantierten Patellasehne mit den verbundenen Knochenstücken, könnte ich mich wohl in 6 Monaten wieder in das Wettkampftraining einsteigen. Das wird dann wohl kurz nach meinem 37. Geburtstag sein. Viele fragen sich warum ich dann noch spielen will, die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Ich sehe in der Bundesliga und auch in der zweiten Liga Spieler, die auch schon 35 oder 36 Jahre alt sind, in der Max-Bundesliga in Österreich teilweise noch ältere Spieler, also sehe ich keinen Grund, vorausgesetzt mein Knie spielt mit, warum ich mit diesem wunderbaren Sport aufhören sollte. Fußball begleitet mich jetzt schon über 30 Jahre meines Lebens und er hat mir unzählige wunderschöne Erlebnisse vermittelt, angefangen in der frühesten Kindheit bis zum heutigen Tage ( obwohl sich die schöne Tage in den letzten 10 Monaten rar gemacht haben). Der Sport hat mir soviel gegeben. Ich liebe einfach dieses Spiel und die damit verbundene Faszination. Ich möchte noch einige Zeit auf dem Rasen aktiv sein und darauf folgend mich auf meine Zeit als Trainer konzentrieren. Ich glaube schon, dass aus mir ein vernünftiger Coach wird. In den letzten Jahrzehnten konnte ich mir einiges abschauen. Aufgrund der daraus gewonnen Erfahrung, traue ich mir schon zu, eine Rolle auf diesem Gebiet zu übernehmen. Aber das wird einzig und allein die Zukunft zeigen, den sollte mein Knie wiedererwartend keine vernünftige Belastung mehr zu lassen, eine Belastung die es mir noch nicht einmal ermöglichen würde diverse Dinge im Training vormachen zu können, dann würde ich mich wohl auf andere Betätigungsfelder im Fußball konzentrieren. Aber zum heutigen Zeitpunkt gehe ich noch davon aus, dass es mit dem spielen wieder klappen wird und ich im Stande sein werde einen langen Ball spielen zu können oder auch mal auf das Tor zu schießen.. Buyo |
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24.09.2004 |
| Freitag, den 24.09.2004 Schon am frühen Morgen, kurz nach der Visite, musste ich zu einer Kontroll-Röntgenuntersuchung. Das Ergebnis war positiv und hoffentlich ein weiterer Schritt zur vollkommenen Gesundung. Irgendwann muss dieser Fluch, der wohl über meinem Knie liegt, doch beendet sein. Wenn mir einer vor 11 Monaten gesagt hätte, ich würde in den kommenden Monaten auf Eis liegen und nicht Fußball spielen können, ich hätte ihn wohl für verrückt erklärt. Aber es wäre die traurige Wahrheit gewesen. Nun schaue ich nach vorne. Nun nutze ich die Zeit um mir eine Datenbank mit Trainingsübungen aufzubauen. Diese Zeit habe ich jetzt ja. Also ist auch so ein Krankenhausaufenthalt nicht nutzlos. |
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23.09.2004 |
| Donnerstag, den 23.09.2004 In der Nacht hatte ich schon Probleme mit dem Schlaf. Das Bein ließ mir keine Ruhe, aber das ist bestimmt auch normal, immerhin konnten sich die Operateure ja auch bei mir richtig austoben. Im Laufe des vormittags sollen auch die Schläuche gezogen werden. Bei meiner letzten Operation hatte ich damit kein Problem, aber alle erzählen mir wie schmerzhaft das eigentlich ist. Bin einfach gespannt wie ich das empfinden werde, aber da ich die Dinger ja nicht drin lassen kann, müssen sie sowieso raus, ob mit oder ohne schmerzen. -1 Stunde später- Das ziehen der Schläuche war kein Problem. Jetzt liegen vor mir so dicke Teile, die man normalerweise Kniegelenke nennt. Bekomme heute wohl noch die ersten Behandlungsmaßnahmen. – Nach der Behandlung- .Lymphdrainage stand auf dem Programm und Elektrotherapie, dazu noch einige Anspannungsübungen und das war es auch schon. Leider wollte mich mein Ehrenspielführer (Olaf Thon), zusammen mit Pele Nowak, genau in dem Moment besuchen, als ich die physikalische Therapie hatte. So waren beide nur kurz da und versorgten mich mit dem nötigsten, nämlich einem Haufen Schokolade. Auch meine Frau und meine Kinder dachten an Papas Figur und so werde ich wohl bald Diego Armando Maradona ähneln. Nicht vom Kokaingenuss her, sondern vom Gewicht. |
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23.09.2004 |
| Reha-Tagebuch
Montag, den 20.09.2004 Gegen 14:10 Uhr komme ich, in Begleitung meiner Familie, ins Krankenhaus in Oberhausen. Auf meinem Zimmer im 3. Stock wartet schon ein kleiner Strauß Blumen auf mich. Die Krankenhausverwaltung begrüßt wohl so die neuen Patienten. Ich muss noch zu einer Röntgenuntersuchung und man nimmt mir Blut ab. Als ich mich am Abend von meiner Familie verabschiede, habe ich einen dicken Klos im Hals. Viele Gedanken, was den Ausgang der morgigen Operation mit der nötigen Narkose angeht, schwirren einem durch den Kopf. Gegen 24:00 Uhr schlafe ich dann ziemlich ruhig ein. Dienstag, den 21.09.2004 Um 5:45 Uhr werde ich geweckt. Heute steht also die OP an. Aber zuerst muss ich noch zu einer Kerspin-Aufnahme. Diese Aufnahme wird in einer Oberhausener Praxis gemacht und so holt mich ein Taxi um 6:15 Uhr ab um mit mir dorthin zu fahren. Es werden Bilder vom gesunden Knie gemacht, da man mit 1/3 dieser Patellasehne meine Restsehne aus dem anderen Knie verbinden möchte. Dazu wird dieses Patellasehnenstück mit Knochenanteilen entfernt und in das kranke Knie eingesetzt. Nach der Auswertung dieser Bilder, die eine intakte Sehne am linken Knie zeigt, kann man diese Operationstechnik bei mir durchführen. Im Krankenhaus wieder angekommen, darf ich mich dann in das wunderschöne Operationshemd schmeißen. Gegen 8:40 werde ich von zwei Pflegern in den OP-Bereich gefahren. Ich werde an Geräten angeschlossen und bin überrascht das ich ohne Beruhigungsmittel einen Ruhepuls von 47 -53 habe. Ich werte das als Ruhe vor dem Sturm. Der Narkosearzt gibt mir dann die Narkose und gegen 13:00 erblicke ich wieder das Licht der Welt. Ich lag auf dieser Aufwachstation mit Kanülen in beiden Beinen die zu drei Flaschen führen. Freue mich jetzt schon auf den Moment, wenn sie mir diese Kanülen ziehen. Per Infusionen werden mir über den ganzen Tag verteilt noch Schmerzmittel zugeführt. Und in diesem Zustand habe ich mich entschlossen ein Kranken-Tagebuch zu schreiben. Der Countdown bis zu meiner Gesundung läuft also und ich hoffe, das ich diesmal mehr Glück habe. In den letzten knapp 10 Monaten hatte ich genug Scheiß am Bein, jetzt sollte es wohl reichen. Gleich schau ich mir am Fernseher noch den DFB-Pokal an. Mittwoch, den 22.09.2004 Heute soll ich das erste Mal aufstehen dürfen. Mit drei Flaschen bewaffnet werde ich versuchen irgendwie diese 10 m hinter mich zu bringen. Der operierende Doc machte mir berechtigte Hoffnung wieder vor die Kugel treten zu können, aber davon bin ich erstmal weit entfernt. Jetzt geht es nur darum, die Knochenstücke mit der Sehne anwachsen zu lassen, und die auf der linken Seite entstandene Lücke wieder schließen zu können. Am Vormittag fachsimpel ich mit einem Mitarbeiter aus der technischen Abteilung des Krankenhauses über das heutige Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Der Mitarbeiter gibt sich als absolut Königsblauer zu erkennen. Schalker gibt es wohl in jedem Krankenhaus und aufgrund meiner Erfahrung aus den letzten Monaten mit Aufenthalten in diversen Krankenhäusern kann ich mir ein Urteil erlauben. Am späten Nachmittag besucht mich meine Familie. Eigentlich muss ich feststellen, das ich in diesem Jahr über längere Zeit eine Belastung für die Familie war. Immer wieder mussten sie Rücksicht auf mich nehmen, da ich entweder eingeschränkt in meiner Bewegung war, oder ich Reha-Termine , Trainerausbildung und Trainingseinheiten unter einen Hut bringen musste und die Familie dadurch oftmals zu kurz kam. Auch für unsere Töchter (2 und 5 Jahre) ist das bestimmt nicht angenehm und schwer zu verstehen, das ihr Vater schon wieder im Krankenhaus liegt und Infusionen bekommt und drei Kanülen im Bein hat durch die Blut in die jeweiligen Flaschen läuft. Es gibt bestimmt schönere Anblicke. Es ist bestimmt nicht so einfach und ich möchte mich eigentlich dafür bedanken, das sie diesen alten Mann mitschleppen und mir auch die nötige Kraft geben. Die Kleine sagt manchmal, wenn sie Fußball sieht, |
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19.09.2004 |
| Zu allererst möchte ich dem SC Hassel und seinem Trainer Michael Schrank zum 1:0 Auswärtssieg bei uns gratulieren. Es war unsere zweite Niederlage in Folge und durch diese beiden Partien haben wir es verpasst uns oben fest zu setzen. Nun haben wir sogar etwas den Anschluss verloren. Hassel ging in der ersten Halbzeit durch einen schönen Weitschuss in Führung. Wir vergaben leider auch größte Möglichkeiten, so musste allein zweimal für den schon geschlagenen Torhüter auf der Linie gerettet werden. Aber auch unsere Gäste besaßen Konterchancen und hätten ein zweites Tor schießen können. Für uns natürlich ein ganz enttäuschender Nachmittag, an dem wir wieder einmal unser vorhandenes Potenzial nicht abrufen konnten. Qualität kommt von quälen, sagte einmal ein heutiger Bundesligatrainer und er hat damit wohl Recht gehabt. Wenn man gegen die vermeintlich kleinen Vereine (aber mit großem Engagement und Herz spielend) die Punkte liegen lässt, dann hat man in oberen Tabellenregionen nichts zu suchen. Vor wenigen Wochen dachte ich noch daran das der heutige 19.09.2004 für mich ein wichtiger Tag werden könnte. Insgeheim dachte ich daran heute mein Comeback für die Amas geben zu können. Seit letzter Woche bin ich aber davon Meilenweit entfernt. Es stellte sich bei einer Untersuchung heraus, das große Teile der Patellasehne nicht angewachsen sind. Weniger als ein Drittel sind mir wohl geblieben und somit muss ich am Dienstag zum nächsten Mal unters Messer. Dieser erneute Eingriff lässt sich auch nicht vermeiden. Ich war sogar soweit und wollte von mir aus, meine Laufbahn sofort beenden und nie wieder vor die Kugel treten. Doch auch dann hätte ich mich dieser Operation stellen müssen, da die restliche Sehne nicht einmal für ein „ normales“ Leben gereicht hätte. Jeder der mich kennt, weiß wie schwer es mir gefallen wäre nie mehr vor das runde Leder zu treten. Wieder eine Operation, wieder 6 – 8 Wochen auf Krücken, anschließend Reha und vielleicht in 6 Monaten wieder kicken. Die ganze Prozedur vom letzten Mal wiederholen. Ich hätte kotzen können und wollte mir nach dieser Aussage richtig einen hinter die Binde kippen, aber das hätte auch nichts an meinem Zustand geändert. Nun heißt es also, „auf ein Neues“ und ich werde dieses beschissene Knie hoffentlich bezwingen. Ich möchte wieder einmal bei „Alt gegen Jung“ mitspielen, auf die Kiste knallen und meinen Beruf vernünftig ausüben. Daran werde ich ab Dienstag arbeiten und hoffentlich können die Ärzte ihren Teil dazu beitragen. Für einige Momente war mein Willen am vergangenen Dienstag, nach der Diagnose, gebrochen, aber jetzt kommt wieder dieser Wahnsinn in mir hoch. Diese Verrücktheit hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und war immer die Grundlage für alles was ich im Fußball erleben durfte. Dieser Wahnsinn wird mich vielleicht wieder auf ein Spielfeld bringen und manchmal wünsche ich mir, einige unserer Talente wären genauso bekloppt. Den hundert Mal den Ball zu jonglieren, reicht nicht für die Bundesliga, da kommt man in den meisten Fällen nur durch das fressen von Gras hin. Buyo |
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19.09.2004 |
| Nun wurden zwei Spiele unter dem neuen Trainergespann der Profis absolviert. Ich möchte die Leistung des alten Chef-Trainers Jupp Heynckes auch nicht bewerten, dass steht mir auch nicht zu. Er ist ein Trainer mit riesigen Erfolgen und hat bestimmt auch einiges Positive bei uns bewirkt. Man muss sich nur einmal anschauen, wie viele junge Spieler unter ihm zu Profieinsätzen gekommen sind. Er hat diese Spieler herangeführt und dafür sollten alle Schalker ihm dankbar sein. Die Jugend ist unser größtes Kapital. Zu den Spielen in der bisherigen Saison unter seiner Regie kann ich mir kein Urteil erlauben, da das UEFA-Cup Spiel am Donnerstag und das gestrige Meisterschaftsspiel gegen Gladbach meine ersten Live-Spiele in dieser Saison waren und ich die anderen Partien nur am Rande verfolgen konnte. Vielleicht hat es am Ende nicht mehr gepasst, aber Jupp Heynckes ist und bleibt einer der großen Trainer im deutschen Fußball. Unser UEFA-Cup Spiel hat mich dann am Donnerstag beileibe nicht vom Hocker gehauen. Zu groß war die Verunsicherung bei unserer Mannschaft. Ich hätte mir gerade in der ersten Halbzeit ein Spiel mit mehr Aggressivität von unserer Seite gewünscht. In der zweiten Halbzeit konnten wir noch einige Tore für das Selbstvertrauen schießen und eigentlich alles klar machen um in die Gruppenphase einzuziehen. Gerade für Ebbe hat es mich gefreut. Nach seiner Hirn-Haut- Entzündung kam dieses Spiel gerade recht für ihn. Es war das optimale Spiel um wieder in den Spielrhytmus zu kommen. Gestern habe ich dann ein Spiel gesehen, was mich wirklich begeistert hat. Das war Schalke. Trotz eines zweimaligen Rückstandes kam die Truppe immer wieder. Sie hat Charakter und Emotionen gezeigt. Vielleicht die wichtigsten Eigenschaften im Fußball. Natürlich braucht man auch Können, aber ohne Leidenschaft kannst Du das größte Talent vergessen. Und da waren auch wieder die Geschichten die der Fußball schreibt. Mit Christian Pander schießt einer aus der letztjährigen Amateurmannschaft das wichtige 1:1 (Gut das wir die Amas haben). Gustavo Varela, der leider in den letzten Monaten fast nur von Verletzungen geplagt wurde, macht den Ausgleich zum 2:2. Hoffentlich kommt er wieder an das alte Leistungsvermögen heran, den dann kann er ein wichtiger Spieler für Schalke werden. Und zu guter Letzt haut der Ebbe noch den Ball zum Siegtreffer in die Maschen. Gestern hat es wirklich wieder Spaß gemacht, ein Spiel dieser Truppe zu sehen und ich hoffe, das wir mit den Amas nachziehen können. Heute ist Derby-Time gegen Hassel. Unsere Gäste haben das letzte Spiel mit 8:1 zu Hause gegen Bochum verloren und werden sich mit Sicherheit heute anders präsentieren. Wir haben aber auch einiges gut zu machen. Nach der unnötigen Niederlage in Kornharpen stehen wir selbst unter Zugzwang. Buyo |
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16.09.2004 |
| Gratulation an Vorwärts Kornharpen. Mit einer engagierten Leistung haben sie uns vollkommen verdient mit 2:1 geschlagen. Wir waren zu pomadig, zu weit entfernt von unseren Gegenspielern und nicht mit der nötigen Aggressivität und Einstellung in Abwehr und Angriff. Das war wirklich nichts und es ist schon bitter auf die Tabelle zu schauen und zu sehen wie man die Tabellenführung leichtfertig verschenkt hat. Sehr gute Spieler unterscheiden sich oftmals in der Willensstärke von guten Spielern. Jeder bestimmt sein sportliches Schicksal selbst und mit der gestrigen Leistung hat sich keiner für höhere Aufgaben empfehlen können. Ich ziehe wirklich den Hut vor Kornharpen. Eine Truppe in der reine Amateure stehen, die teilweise noch vor dem Spiel malocht haben, deren Herz war am rechten Fleck. Rudi Assauer sagte einmal, „Form schlägt Klasse“. Vom Talent sollten wir eigentlich gestern die bessere Truppe auf dem Platz gehabt haben, aber unsere Umsetzung auf dem Platz war mangelhaft. Unsere Spieler, zum größten Teil Spieler die unter Jupp Heynckes tagtäglich mit den Profis trainiert haben oder Akteure die in diversen Nationalmannschaften schon seit Jahren spielen oder auch schon in höheren Ligen gespielt haben, durften oder besser gesagt, mussten erleben wie der Gastgeber seinen Erfolg lautstark feierte. Für den neutralen Beobachter war das mit Sicherheit ein schöner Abend. Der vermeintlich kleine Club stellt dem ambitioniertem Verein ein Bein, davon lebt der Fußball und das macht ihn auch so interessant. Aber wenn ich eines hasse, dann sind das Nachlässigkeiten und Überheblichkeit. Und ich glaube, diese beiden Faktoren haben auch eine Rolle für unsere schlechte Leistung gespielt. Nochmals Glückwunsch nach Kornharpen, diese Begeisterung und Leidenschaft hat mir imponiert und wir müssen schnellstens den Schalter umlegen, damit wir am kommenden Sonntag gegen Hassel das bessere Ende wieder für uns haben. Zum Trainerwechsel bei den Profis fällt mir eigentlich wenig ein. Ich kenne die Hintergründe nicht und daher steht mir auch kein Urteil zu. In Bezug auf mein Praktikum auf Schalke während meines Fußball-Lehrer-Lehrgangs sind wir wohl die einzigen die einen Trainerwechsel während ihres Praktikums miterleben mussten. Das ist nicht angenehm, da es einen, egal in welcher Liga man irgendwann einmal landet, bestimmt auch einmal treffen wird. Ich kann nur Jupp Heynckes für seinen weiteren Weg viel Glück wünschen, leider wurde mir die Gelegenheit genommen etwas von seiner erfolgreichen Zeit bei Real Madrid zu erfahren. Eddy Achterberg und Oliver Reck werden hoffentlich das nötige Glück in den nächsten Tagen und Wochen haben um uns wieder in bessere Tabellenregionen zu führen. Die Fachkompetenz haben sie. Buyo |
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14.09.2004 |
| Am morgigen Mittwoch gastieren wir in Kornharpen. Ich hoffe natürlich ,das wir einen weiteren Dreier landen können, aber ein Selbstläufer wird dieses Spiel mit Sicherheit nicht. Wir müssen in jedem Spiel mit der richtigen Einstellung auf die Wiese gehen, dann verfügen wir auch über eine gute Truppe. Zur Überheblichkeit sollte keiner tendieren, denn dazu besteht auch nach drei Siegen in Folge kein Anlass. Bisher hat sich unsere Mannschaft als ein richtiges Team präsentiert, mit den externen Verpflichtungen von M. Antwerpen, U. Grauer, D. Voigt und A. Cebe haben wir nicht nur gute Spieler dazu bekommen, sondern auch Akteure die menschlich zu uns passen. Dazu die jungen Wilden aus der A- Jugend, wie Grothuisen, Bork, Aziz, Hoogland, Hesse, Talerek, Seifert. Einige dieser jungen Spunde haben sich schon als richtige Verstärkungen erwiesen, der ein oder andere hat aber noch Platz nach oben auf der Richterskala. Sogar ein alteingesessener Spieler wie T. Beckmann muss sich im Moment mit einer Reservistenrolle begnügen, oder ein D. Caspers, der schon Zweitligaeinsätze für Alemannia Aachen bestritten hat. Im Moment erweißt sich unsere Mannschaft als sehr homogener Haufen. Wir müssen uns in den nächsten Wochen weiterhin so präsentieren. Dann glaube ich an ein sportlich gutes Abschneiden. Buyo |
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10.09.2004 |
| Die erste Woche meines nun vierwöchigen Praktikums ist nun um. Mit Uwe Scherr und meiner Person sind zwei Schalker als Praktikanten auf dem Gelände am Parkstadion. Christian Titz, der letztjährige A-Junioren-Trainer von Alemannia Aachen komplettiert unser Dreigestirn. Mit Jupp Heynckes haben wir natürlich einen der renommiertesten Trainer in Europa. Seine Fachkompetenz ist wohl unumstritten und wir erhoffen uns natürlich von diesem Praktikum einiges. Wir schauen uns die Trainingseinheiten an, zeichnen sie auf und diskutieren im Anschluss an eine Einheit mit dem Co-Trainer Eddy Achterberg über die Inhalte und Aufgaben dieser Übungsstunden. Eddy ist jederzeit offen für unsere Fragen und ich glaube es macht ihm auch Spaß, sich mit uns über Fußball zu unterhalten. Anfang der Woche konnte ich mir auch einen Einblick in das Reha-Training von Lincoln verschaffen. Da ich Christos Papadoupolus ja noch aus meiner aktiven Zeit als Spieler kenne und er ein sehr hilfsbereiter und netter Fachmann auf seinem Gebiet ist, ist es für mich als Laien natürlich hochinteressant sich sein Training anzuschauen und mit ihm auch danach darüber zu sprechen. Andere Teilnehmer meines Lehrgangs sind z.B. bei Celtic Glasgow, Bayern München, Werder Bremen, Hertha BSC Berlin oder wie Olaf Thon, beim VfL Bochum. Mit Olaf gab es schon einen kurzen Austausch. Mit den Amateuren haben wir nun ein spielfreies Wochenende vor uns. Unser planmäßiges Spiel wurde vom kommenden Sonntag auf Mittwoch, den 15.09.2004 verlegt. Wir müssen dann zu Vorwärts Kornharpen reisen. Da sechs unserer Spieler für die Westfalenauswahl im Einsatz sind und den Länderpokal in Duisburg ausspielen, musste unsere Partie ausfallen. Hoffentlich verletzt sich keiner unserer Akteure. Bei unserem dünnen Kader können wir uns keine verletzungsbedingten Ausfälle erlauben. In diesem Sinne, Buyo |
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05.09.2004 |
| Im Derby gegen unseren Gast aus Erkenschwick gelang uns heute ein deutlicher 4:0 Heimsieg. Unsere Gäste gewannen in der letzten Woche noch das Aufeinandertreffen gegen den VfL Bochum mit 2:0. Wir hatten aber das Glück, schon in der ersten Minute in Führung zu gehen. Kurz nach dem Anstoß der Gäste angelten wir uns den Ball, A. Cebe konnte sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzen und schoss den Ball unhaltbar ins gegnerische Gehäuse. In der 11. Minute verwandelte M. Antwerpen eine Ecke von B. Aziz mit dem Kopf zum 2:0. Das 3:0 gelang Kai Hesse, der früher am Ball war als sein Gegenspieler und der Torwart. Bei dieser Aktion verletzte sich der Erkenschwicker Feldspieler und musste den Platz verlassen. So lagen wir nach 35 Minuten mit 3:0 vorne und der Gast musste innerhalb dieser kurzen Zeit schon zwei Spieler verletzungsbedingt vom Platz nehmen. Das war natürlich eine ganz bittere Pille, die Erkenschwick zu verdauen hatte. In der zweiten Halbzeit hatten wir noch einige hochkarätige Chancen, trafen aber nur noch einmal zum 4:0 durch M. Antwerpen. Erkenschwick steckte aber nie auf. Ich traue dieser Mannschaft noch einiges zu. Sie verfügen auch über eine junge, talentierte Mannschaft und werden noch einige Favoriten ins straucheln bringen. Mit unserem Auftreten bin ich natürlich sehr zufrieden. Die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung auf gutem Niveau. Auch Spieler wie, Hoogland, Lamotte, Petereit, Hesse und Talerek, die uns ja in der normalen Trainingswoche nicht zur Verfügung stehen, spielen sehr engagiert und leisten gute Arbeit für das Team. Volkan Ünlu mussten wir heute auf der Torwartposition ersetzen, er spielt für die türkische U-21 Nationalelf zwei Qualifikationsspiele, doch Manuel Lenz legte ein fehlerfreies Spiel hin und hat ihn würdig vertreten. Am kommenden Sonntag ist für uns spielfrei. Einige Spieler von uns spielen für die Westfalenauswahl beim Länderpokal. Unser Spiel in Kornharpen wurde somit auf den 15. 09.2004 verlegt. Bis bald, Buyo |
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03.09.2004 |
| Der erste Teil meiner Trainer-Ausbildung ist nun beendet. Es waren 8 sehr interessante Wochen an der deutschen Sporthochschule in Köln. Nun steht ein 4 wöchiges Praktikum bei einem Bundesligisten auf dem Programm. Ich habe mich für unseren Club entschieden. Natürlich wäre auch ein Aufenthalt im Ausland interessant gewesen, aber Jupp Heynckes ist einer der Top-Trainer in Europa und ich denke, dass man von ihm einiges lernen kann. Am Sonntag wartet mit Erkenschwick ein verdammt guter Gegner auf uns. Sie haben schon Wattenscheid und Bochum geschlagen. Das wird schon eine harte Nuss für uns. Leider fällt mit Patrick Prang ein weiterer Spieler in unserem dünnen Kader, wegen einer Knieoperation aus. Da wir uns aber gerade im letzten Spiel beim LR Ahlen gut präsentiert haben, glaube ich an unser Team und hoffe auf einen weiteren Dreier. Wir werden aber bestimmt nicht unseren Gegner unterschätzen. Das Erkenschwicker Team ist eine kompakte und laufstarkeTruppe, die blitzschnell ihre Konter fährt. Für uns ist es wichtig hochkonzentriert an die Sache heran zu gehen. In diesem Sinne, Buyo |
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