26.02.2004
  Morgen, am Freitag ist es endlich soweit, meine letzten Klammern werden an meinem operierten Knie entfernt und dann geht es nach Hause. 12 Tage habe ich nun hier in der Sportklinik Hellersen verbracht. Die ersten 12 Tage von vielleicht 250 Tagen. Da ich optimistisch in die Zukunft schaue, könnte man ja fast behaupten, ich wäre kurz vor dem Bergfest. Ich möchte den heutigen Eintrag dazu benutzen, mich bei allen für die hervorragende Betreuung zu bedanken.

Angefangen beim operierendem Chefarzt Dr. Schuchardt, über unseren Mannschaftsarzt Dr. Minuth, den Schwestern meiner Station, der Physiotherapeutin, der Krankengymnastin und dem EDV-Mann, der es mir ermöglicht hat von meinem Krankenbett ins Internet zu gelangen. In einigen Wochen werde ich mich hier wieder hinbegeben müssen. Dann wird ein Draht aus meinem Knie entfernt. Hoffentlich verläuft das genauso gut wie meine Operation. Alle Leute haben hier wirklich einen guten Job gemacht und sollte ich auch so gut an meinem Comeback arbeiten, dann steht meiner Rückkehr, in der nächsten Saison, auf den Platz nichts mehr im Wege.

Buyo

 
24.02.2004
  Passend zum Karneval hat sich Jens Lehmann eine verrückte Verkleidung ausgedacht. Im Münchner Olympiastadion tauchte er auf einmal im Roberto Carlos Kostüm auf und trat einen Freistoß. Was aus diesem Freistoß wurde haben wir alle gesehen. Das ist natürlich bitter für unseren Nationaltorhüter und die Diskussion aus der vergangenen Woche nach dem letzten Länderspiel wird wieder aufleben. Bayern spielte wirklich klasse, aber am Ende stand es halt nur Unendschieden. Daran wird er noch lange zu knabbern haben. Ein so ehrgeiziger Spieler braucht lange um so etwas zu verdauen. Und es wäre hart für ihn, sollte Bayern durch dieses blöde Gegentor rausfliegen. Für mich als Real-Fan ist das natürlich ein korrektes Ergebnis. Freue mich schon auf das Rückspiel in zwei Wochen. Dann werden die Madrilenen sich hoffentlich besser präsentieren. Buyo

 
22.02.2004
  Wir haben jetzt Sonntag, den 22.02.2004, 16:52 Uhr. Vor genau einer Woche lag ich in der Kabine der Offenbacher Kickers und wusste, dass ich einige Zeit lang mit dem Fußballspielen aussetzen müsste. Wenige Minuten zuvor gab es den großen Knall, der vielleicht mein Bewusstsein verändern sollte. Nun ist es also schon eine Woche her, als meine Patellasehne abriss. Wenn man von maximal 7 Monaten Pause spricht, würde das ja bedeuten, dass ich nur noch 27 Wochen zu warten habe. Das ist doch ein Kinderspiel.

Gestern habe ich mich im Internet nach dem Heilungsverlauf nach einem Patellasehnenabriss erkundigen wollen. Leider habe ich wenig gefunden. Ronaldo hatte ja die gleiche Verletzung, nur war er bei seinem Comebackversuch zu eifrig. Nach etwas über 4 Monaten versuchte er sein Comeback bei seinem damaligen Club, Inter Mailand, und nach 6 Minuten im ersten Pflichtspiel knallte es wieder und er musste erneut monatelang aussetzen. Das soll mir bitte erspart bleiben. Sollte einer von Euch mit einem Patellasehnenabriss Bekanntschaft gemacht haben oder einen kennen der dieselbe Verletzung hatte, so würde ich mich über eine Mail freuen, in der ihr mir mehr über den Heilungsverlauf schreiben könntet.

Über das gestrige Spiel meiner Jungs gegen Preußen Münster kann ich leider kaum etwas sagen, außer das uns dieses Ergebnis schmerzt. Gegen einen direkten Verfolger mit 0:2 zu verlieren, tut natürlich weh. Nach Aussagen meiner Mannschaftskameraden trafen die Münsterländer wie aus dem nichts und nur wenige Minuten trafen sie mit einem Elfmeter zum entscheidenden 0:2 Endstand. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir unsere Möglichkeit, nur leider trafen wir nicht und mussten dann leider wieder einem Rückstand hinterherlaufen. So etwas über das Internet zu verfolgen und nicht auf dem Platz mithelfen zu dürfen, fällt natürlich schwer. Es macht einen verrückt tatenlos alles Mitahnzusehen. Am kommenden Freitag steht das nächste, schwere Heimspiel auf dem Programm. Sachsen Leipzig kommt in die Lohrheide und wir müssen eine positive Serie starten. Unterstützt uns zahlreich, wir brauchen jede Stimme und Form der Unterstützung. Da die Profis erst Samstag gegen Stuttgart spielen, könnte man einen Besuch bei den Amas einstreuen. Bitte helft unserer jungen Truppe.

Buyo

 
20.02.2004
  Morgen findet endlich das erste Pflichtspiel nach fast 3 Monaten Winterpause statt. Wir erwarten in der Lohrheide die Preußen aus Münster. Eine Spielunterbrechung von dieser langen Dauer ist eigentlich ein Witz. Viele Vereine in der Regionalliga hängen am finanziellen Tropf und der zuständige Verband unterbricht die Liga für einen so langen Zeitraum. Daran haben bestimmt einige zu knabbern. Bei uns wurde in der Winterpause das Gerede um die Fusion mit Wattenscheid endlich beendet. Für die SG Wattenscheid war das bestimmt ein harter Schlag und man wird sehen wie sie damit in den nächsten Wochen klarkommen. Wir haben dadurch drei Spieler mehr im Kader als eigentlich durch die Fusion geplant gewesen wäre. Mit T. Hajnal, Chr. Müller und T. Beckmann haben sich weitere Akteure zurückgemeldet oder sich wie im Fall Müller unserem Verein angeschlossen. Nur einen Spieler haben wir für die Rückrunde verloren. Diesen alten Sack von fast 36 Jahren werden die anderen schon vergessen machen.

Bei einem morgigen Heimsieg hätten wir schon acht Punkte vor Münster. Diese Ausgangslage sollte Ansporn genug sein. Unsere Mannschaft sollte stark genug sein um ein siegreiches Spiel zu zeigen. Chr. Müller hat sein Potenzial schon in den Freundschaftsspielen angedeutet. Er sollte der Mannschaft die nötige Sicherheit geben. Mit Adamou, Petereit und Koch sollten wir sicher in der Abwehr stehen. Pander, Wingerter, Lamotte, Beckmann, Szollar, Hajnal sind hervorragende Spieler in dieser Liga. Im Sturm haben wir mit Abdul Iyodo einen der besten Stürmer der Regionalliga. Mit Schiller, Takyi, Haufe, Stijepic, Prang, Lenz und Holtheuer besitzen wir noch Spieler in der Hinterhand. Sollten dann noch Pinto und Trojan wie in Offenbachgeschehen bei uns mitwirken, dann ist diese Truppe sehr ordentlich besetzt.

Und der erste Neueinkauf für die nächste Saison steht ja auch schon fest. Ein ehemaliger Eurofighter will unbedingt in der nächsten Saison für uns spielen. Dieser Sack ist zwar dann schon 36, aber der will es noch einmal wissen. Im Moment faulenzt der ein bisschen in Lüdenscheid und plant danach noch eine mehrmonatige Auszeit. Aber diese rollende Kugel fasziniert diesen Kerl so sehr, dass er das runde Leder unbedingt noch einmal durch die Gegend treten möchte.

Zuerst einmal möchte ich nun allen Schalkern ein siegreiches Wochenende wünschen. Die Profis schlagen Bremen, wir gewinnen gegen Münster und dann sollte noch die A- Jugend erfolgreich in die Rückrunde starten. Damit könnte man gut leben.

In diesem Sinne, Buyo

 
19.02.2004
  Spätestens jetzt weiß ich warum Schalke mein Club ist. Mit soviel Anteilnahme nach meiner Verletzung konnte ich wirklich nicht rechnen. Soviel wie in den letzten 4 Tagen habe ich noch nie telefonieren müssen. Wenn sich jemals einer gefragt hat, warum ich in meinem Alter noch mit den Amateuren in der Oberliga oder jetzt in der Regionalliga durch die Gegend fahre und auch noch mitspiele, dann kann ich ihm jetzt die Antwort geben. Weil es mir unendlich viel Spaß macht mit diesen Jungs zusammen zu spielen. Sie sind es Wert, dass man sich um ihre fußballerischen Fähigkeiten kümmert und das man sich für sie einsetzt um ihre Rahmenbedingungen zu verbessern. Durch die Besuche der Jungs im Krankenhaus und der täglichen Anrufe der Spieler haben sie mir viel gegeben. Ich bin Stolz auf diese Spieler und hoffe mit ihnen noch einmal zusammen zu spielen.

Ich bin felsenfest vom Erhalt der Regionalliga überzeugt, auch wenn ich sie in dieser Sache nicht mehr auf dem Feld unterstützen kann. Die Jungs wollen immer in den bezahlten Fußball, jetzt müssen sie Flagge zeigen und jeder einzelne ein Stück mehr Verantwortung tragen. Das Handicap ist raus, jetzt können sie ihre wahre Stärke zeigen und damit werden sie schon am kommenden Samstag anfangen. In den ersten Spielen der Rückrunde können wir uns durch Siege von der Abstiegszone absetzen. Spieler wie Chr. Müller, T. Hajnal oder auch T. Beckmann gehören eigentlich erst jetzt wieder so richtig zum Kader und werden für einen Schub sorgen. Sie sind gestandene Spieler und können ein Team führen. Dazu noch die etablierten Spieler aus der Hinrunde, plus unsere hungrigen jungen Spieler, die nötige Qualität ist da und sie werden das auch umsetzen.

Nach Pinto, Hanke, Kläsener, Delura und Trojan trainieren auch noch Pander, Petereit und Lamotte mit dem Bundesligakader unter Jupp Heynckes. Es können also noch weitere Spieler nach Oben nachrücken. Aber auch die Spieler die vielleicht jetzt noch nicht auf dem Zettel stehen, können sich noch beweißen. Kläse ist doch ein gutes Beispiel. Mit 27 Jahren schafft er den Durchbruch. Kaum einer hat ihm doch noch diese Entwicklung zugetraut. Eingeplant als Führungsspieler der Amateure und auf einmal Auftritt im Pestfalenstadion vor 83000 Zuschauern. Sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg.

Also unterstützt die Jungs bei ihren Auftritten in der Rückrunde. Natürlich erscheint auf dem ersten Blick die Ansetzung des ein oder anderen Spiels schwachsinnig, aber dafür können wir nichts. Für die Spieltermine sind andere Leute verantwortlich.

Buyo

 
18.02.2004
  Ronaldo und ich haben eine Gemeinsamkeit. Uns beiden ist die Patellasehne gerissen. Ich weiß nicht ob ich jetzt noch Hoffnung auf einen Wechsel zu Real Madrid haben sollte. Aber Spaß beiseite, wenn Ronaldo ein Comeback schafft und danach noch Weltmeister wird, dann kann ich wohl noch eine Saison Regionalliga spielen.

Erfreulich fand ich die vielen Genesungswünsche auf meiner Homepage und die Anrufe von meinen Weggefährten der Amateure , von Kleppo, Mitarbeitern der Geschäftsstelle und ehemaligen Mitspielern wie T. Waldoch, J. Böhme, S. Pinto, T. Kläsener oder das Trainergespann Jupp Heynckes und Eddy Achterberg. Mit T. Hajnal, Chr. Szollar und B. Koch haben mich sogar aus Gelsenkirchen kommend besucht und mich mit DVD`s versorgtDarüber habe ich mich sehr gefreut, aber aufbauen müssen sie mich nicht, sie sollen sich nur schon einmal Karten für mein erstes Spiel nach dieser Verletzung besorgen. Der Wahnsinnige will und wird weiter vor die Kugel treten. Fußball ist für mich wie die Luft zum atmen.

Im Moment kann ich aber nur im Krankenbett liegen und das Knie kühlen. Die paar Meter zum Bad sind eine Tortour. Das der Weg zur Zahnbürste einmal so weit und schmerzhaft sein könnte, hätte ich nicht gedacht. Doch alle Leute im Krankenhaus sind sehr hilfsbereit und vielleicht gelingt es mir das Kontingent an Königsblauen zu erhöhen.

Bei meiner Reha werde ich diesmal den Ball flach halten. Morgen bekomme ich das erste Mal Lymphdrainage. Dadurch soll die Schwellung des Kniegelenks zurückgehen. Sonst mache ich nur leichte Beugeübungen. Keine übereilten Comeback-Versuche, sondern absolute Ruhe walten lassen. Ich möchte diese schwere Verletzung auskurieren, alles andere wäre Flickschusterei. Das erste Mal seitdem ich Fußball spiele, werde ich mich hoffentlich nicht zu sehr von meinem Ehrgeiz führen lassen, sondern auf Familie, Ärzte, Therapeuten und meinen Körper hören. Mein Ehrgeiz hat mich dorthin gebracht, wo ich mich über ein Jahrzehnt wohl gefühlt habe, nämlich auf die Bundesligabühne, aber jetzt könnte ein zu ehrgeiziges und frühes Training nochmals dazu führen das die Sehne wieder reißt. Und darin soll ein Unterschied zu Ronaldo bestehen, bei ihm riss die Patellasehne noch ein zweites Mal.

Buyo

 
17.02.2004
  Das Testspiel am letzten Sonntag in Offenbach werde ich wohl immer in schmerzhafter Erinnerung behalten. Beim Stand von 2:2 wurde ich für die letzten knapp 25 Minuten eingewechselt. Nachdem ich direkt vor dem Spiel noch einen halbstündigen Ausdauerlauf absolvierte, sollten die Minuten an Spielzeit nur als letzten Test vor dem Rückrundenstart am kommenden Samstag gegen Münster sein.

Ich war vielleicht eine Viertelstunde im Spiel ,als ich beim Zweikampf um den Ball auf dem seifigen Boden zu Fall kam und es einen lauten Knall gab. Als ich auf mein Bein schaute, war meine Kniescheibe nicht mehr an der für sie angedachten Stelle, sondern weiter oben am Oberschenkel. In diesem Moment war mir klar, dass ich das Spiel gegen Preußen Münster am nächsten Wochenende vergessen konnte. Das Knie schwoll an und mir war bewusst, das mir die Patellasehne gerissen war. Mit fast 36 Jahren also meine erste wirklich schwere Verletzung.

Auf dem Rückweg in Richtung Gelsenkirchen hielt der Mannschaftsbus dann in Hellersen und in der dortigen Sportklinik wurde ich sofort am Montagmorgen operiert. Man hat die Sehne wieder angenäht, mit einem Draht zusätzlich fixiert und den Schleimbeutel entfernt. Nach 2-3 Monaten wird der Draht wieder entfernt. Spielen werde ich wohl erst wieder in etwa 6 Monaten, aber eins ist für mich auf jeden Fall klar, so beende ich nicht meine Laufbahn. Nicht durch eine Verletzung. Ich werde mir jetzt die nötige Zeit geben und dann wieder vor die Kugel treten.

Kleppo kann spätestens Ende Juli wieder mit mir rechnen. Ich möchte meine Laufbahn vernünftig beenden und noch einmal gegen Fortuna Düsseldorf spielen. Um das zu erreichen, muss ich wieder fit werden, wir die Klasse erhalten und Fortuna aufsteigen. Ein Spiel gegen Düsseldorf, gegen den Verein indem ich schon vor mehr als 20 Jahren gespielt habe, auf einem Platz auf dem ich als Profi immer trainiert habe, dass wäre eine schöne Sache. Aber noch ist es eine lange Zeit bis dahin und in der Zwischenzeit werde ich halt mit der nötigen Ruhe ( hoffentlich nehme ich mir auch diesmal die Zeit) und meiner Verbissenheit an meinem Comeback arbeiten. Ich bin hingefallen, aber ich stehe auch mit Sicherheit wieder auf. Ich bin auch nicht niedergeschlagen, in mir brennt das Feuer wie eh und je und deshalb kehre ich zurück auf den grünen Rasen.

Buyo

Bedanken möchte ich mich für den Rückhalt meiner Familie, die jetzt leider erstmal einen pflegebedürftigen alten Sack zu Hause haben, bei den beiden Technikern des Krankenhauses, weil ich jetzt aus dem Krankenbett meine Berichte verfassen kann und sie Online schicke und bei Olaf Thon und „Pele“ Nowak, die nichts besseres zu tun hatten und mich direkt besucht haben.

 
12.02.2004
  In den vergangenen zwei Tagen nahm ich an einer Eignungsprüfung zum Erwerb des Fußball-Lehrers teil. Diese höchste Stufe der Trainerausbildung berechtigt einen Trainer dazu Bundesligamannschaften, ausländische Proficlubs, aber auch eine Nationalmannschaft zu trainieren. Mit mir nahmen auch Spieler wie Franco Foda (u.a. Leverkusen), Olaf Janssen (u.a. Köln), Frank Lelle (u.a. Kaiserslautern), Detlef Schößler (u.a. Dynamo Dresden), Uwe Kamps (Bor. Mönchengladbach), Heiko Bonan (RWE) und der Ehrenspielführer der Eurofighter, Olaf Thon teil. Viele andere habe ich jetzt in meiner Aufzählung vergessen, da ich mir sonst die Finger blutig schreiben würde. In den nächsten Wochen bekommen nun die Teilnehmer bescheid ob und wann sie mit der Ausbildung beginnen dürfen.

Da sich bestimmt siebzig Bewerber für ca. 28 Plätze in diesem Jahr beworben haben, kann man sich vorstellen das es nicht ganz so leicht wird in den im Sommer beginnenden Lehrgang hinein zu rutschen. Da geht es auch nach Dringlichkeit, Bewerber die auch noch bis zum kommenden Jahr warten können, sind dann vielleicht im nächsten Jahr dabei. Ich würde mir natürlich wünschen, schon in diesem Juli mit der Ausbildung zu beginnen. Am liebsten im Verbund mit Olaf Thon und Uwe Scherr zusammen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert und wenn man fast die dreifache Anzahl an Bewerber hat für die im Sommer zur Verfügung stehenden Plätze, dann kann man sich vorstellen wie schwer das ist.

Buyo

 
08.02.2004
  Testspiel gegen den TSV Aindling endete mit einem 1:0 Sieg für unser Team. Alex Schiller traf kurz vor dem Abpfiff nach Vorlage von Filip Trojan. Ich spielte die erste Halbzeit, in diesem Durchgang konnten wir uns selten in Szene setzen. Viel zu selten wurde es gefährlich im Aindlinger Strafraum. Das junge Team aus Bayern spielte kompakt und verschob sich immer sehr gut zur ballnahen Seite. Nach 45 Minuten war mein erster Auftritt nach über 2 Monaten beendet. Meine Patella-Sehne macht mir kaum Probleme, aber dieser verdammte Schleimbeutel bringt mich zum Wahnsinn. Letzte Woche, bei einer Trainingseinheit auf unserem Kunstrasen, machte er sich das erste Mal wieder bemerkbar. Eigentlich dachte ich, ich wäre über den Berg, jetzt gibt es einen kleinen Rückschlag. Ich denke aber das wir das bis zum nächsten Spiel am kommenden Sonntag gegen Kickers Offenbach wieder in den Griff bekommen.

Buyo

 
07.02.2004
  Heute war ich, wie eigentlich bei jedem Heimspiel, in der Arena und habe mir die Jungs angeschaut. Eigentlich könnte ich jetzt einen Spielbericht aus meiner Sicht schreiben. Dann würde ich über ein Spiel schreiben, indem Schalke die wesentlich aktivere Mannschaft war, aber leider die Überlegenheit in Tore ummünzen konnte, oder das wir bei einem Sieg mit dem VfL Bochum gleichgezogen wären und die Lüdenscheider auf Distanz gehalten hätten. Aber darum soll es heute gar nicht gehen. Ich möchte über drei Menschen schreiben, über deren Anwesenheit ich mich sehr gefreut habe.

Als ersten möchte ich Christos Papadoupolus erwähnen. Unser Fitness-Guru aus Griechenland habe ich zum ersten Mal nach seinem beinahe tödlichen Zusammenbruch wieder gesehen. Ich freue mich ungemein ihn in einer, für mich, sehr erfreulichen Verfassung gesehen zu haben. Es ist kaum vorstellbar das dieses Ereignis erst drei Wochen her ist und er schon wieder im Stadion herum turnt. Was musste man nicht alles für schlimme Befürchtungen haben und nun stand er in voller Größe und auch gedanklich vollkommen fit vor mir.

Als zweiten möchte ich Michael Knicker nennen. Knicki ist der Mann für alle Fälle auf der Geschäftsstelle und wird nur „ El presidente“ genannt, er erschien auch auf direktem Wege vom Krankenhaus in unseren Fußballtempel. Natürlich bin ich immer noch darüber verärgert, das er meinen Anruf an seinem Geburtstag mit den Worten abwürgte, „ Buyo ich muss jetzt sofort aufhören, der Chef kommt gerade durch die Tür“. Sein Chef ist auch mein Chef und unser Chef raucht gerne Zigarre und bekleidet ein wichtiges Amt in unserem Verein, aber weshalb man deshalb ein Glückwunschtelefonat sofort abbrechen muss, verstehe ich trotzdem nicht. Aber es spricht für diesen Chef, dass dieser ihn am Geburtstag besucht obwohl das Krankenhaus nicht um die Ecke liegt, sondern man über 100 Kilometer dahin fahren muss. Und es spricht auch für Knicki, dass er später sein Verhalten entschuldigen wollte.

Last but not least komme ich jetzt zu einem ehemaligen Mitspieler von mir. Es geht um Marco Kurz. Mit Burschi zusammen durfte ich ja den UEFA-Cup nach GE holen. Und so was verbindet. Es hat mich wirklich getroffen, dass 1860 München es sich leisten kann auf einen so vorbildlichen Profi lange Zeit zu verzichten. Umso mehr hat es mich gefreut ihn heute wieder spielen zu sehen und ich finde er hat seine Sache sehr gut gemacht.

Natürlich tun die zwei verlorenen Punkte im Moment weh, aber ich glaube die Mannschaft wird schon nächste Woche in Köln wieder siegen und dann Werder Bremen in der Arena schlagen.

Buyo

 
06.02.2004
  Morgen wird nicht wie geplant das Testspiel gegen den TSV Aindling stattfinden. Da unsere Gäste erst am morgigen Samstag anreise und schon um 12:00 Uhr gespielt werden sollte, findet diese Partie nun am Sonntag um 11:00 Uhr auf den Trainingsplätzen am Parkstadion statt. Die Anreise für unsere Gäste wäre zum Samstagtermin zu ungünstig gewesen. Sie hätten mitten in der Nacht losfahren müssen und diese Anreise wäre bestimmt keine gute sportliche Vorbereitung auf dieses Vorbereitungsspiel gewesen.

In diesem Sinne, Buyo

 
03.02.2004
  Am heutigen Abend fand ein internes Testspiel zwischen unseren Profis und der U 23 statt. In der ersten Halbzeit waren wir aber leider nicht so richtig präsent. Wir ließen den Lüdenscheid-Bezwingern zuviel Platz, waren nicht nah genug bei den Gegenspielern und konnten so zu selten Druck auf den Gegenspieler ausüben. Der Respekt war einfach zu groß. So gingen die Profis dann auch, nach Flanke von Jochen Seitz, durch Ebbe – unser Held vom Borsigplatz- in Führung. Nach der Halbzeitpause kamen wir besser ins Spiel. Wir gingen aggressiver in die Zweikämpfe, standen enger am Mann und hatten endlich auch Chancen um ein Tor zu erzielen. Christian Petereit scheiterte leider frei vor Volkan und Benny Wingerter traf aus der Distanz nur die Querlatte. Im dritten Anlauf klappte es dann endlich, Abdul Iyodo wurde im Strafraum gefoult und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Fabian Lamotte ließ sich diese Chance nicht nehmen und vollstreckte eiskalt zum Ausgleich. Leider wurden wir wenig später für eine Unachtsamkeit bitter bestraft. An der Mittellinie wollte ein Spieler von uns zu unserem Verteidiger zurückköpfen, Victor Agali schnappte sich den Ball, überspielte unseren letzten Mann und den Torwart und schoss den Ball zum 2:1 Siegtreffer in die Maschen. Nach einer genialen Flanke von Sergio Pinto und einem Flugkopfball von Agali wehrte Christopf Müller den Ball mit einem Reflex ab und bewahrte uns so vor einem weiteren Gegentor. Das hätte auch unsere ansprechende Leistung in der zweiten Halbzeit geschmälert. In der ersten Halbzeit liefen wir rum, wie das Kaninchen vor der Schlange, in der zweiten Hälfte haben wir aber dann gezeigt, dass wir auch guten Fußball spielen können. In solchen Partien können die Jungs auf sich aufmerksam machen. Diese Gelegenheit muss man dann aber auch nutzen und nicht wie heute geschehen, die ersten 45 Minuten verschlafen.

Am kommenden Samstag steht das nächste Spiel auf dem Programm. Gegner ist der TSV Aindling. Gegen diesen Gegner spielten unsere Profis ja im DFB-Pokal. Anstoß ist um 12:00 Uhr in der Glück-Auf-Kampfbahn. Vielleicht nutzen einige Fans diese Gelegenheit und schauen sich vor dem Spiel der Profis gegen 1860 noch unser Spiel gegen Aindling an. Die Amateurmannschaft freut sich über jeden Interessenten.

Noch ein Wort möchte ich zu einem Eintrag in mein Gästebuch verlieren. Dort schrieb ein königsblauer Wattenscheid-Sympathisant über die geplatzte Fusion. Er wolle halt aufgrund der gescheiterten Fusion der beiden Clubs kein Spiel mehr der U-23 besuchen, sondern nur noch die Spiele der SG 09 besuchen und diese im Abstiegskampf unterstützen. Ich kann ja seinen Groll verstehen, immerhin schien ja eigentlich, zwischen den Clubs, klar zu sein, aber die Verantwortlichen für das Scheitern stehen mit Sicherheit nicht im Team unserer Regionalligamannschaft. Und obwohl ich kein Freund der geplanten Fusion war, so trifft ein Fernbleiben bei Spielen unseres Teams die falschen Personen.

Buyo