31.01.2004
  Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Da trifft Ebbe monatelang nicht und dann stürzt er die Lüdenscheider in das Tal der Tränen. Ebbe hat es wirklich verdient, für einen Torjäger ist so eine Durststrecke natürlich ganz bitter, aber für dieses gestrige Tor hat sich sein warten gelohnt. Glücklicherweise durfte ich hautnah dabei sein. Ich habe ja auch einige Derby`s gespielt, aber das gestrige war etwas ganz besonderes. Es war bestimmt kein spielerischer Leckerbissen, aber die Chronologie des Spiels hätte nicht besser sein können.

Da verballern die Lüdenscheider zwei Elfmeter in kläglicher Form, wir sehen zwei Gelb-Rote Karten und in der 89. Minute macht Ebbe die Kugel locker rein. In solchen Situationen erkennt man einen Torjäger. Nicht blind draufhalten, sondern locker gelupft. Noch nie hatte ich soviel Spaß in einem fremden Stadion. Um einen herum nur so komische Vereinsfarben und am Ende wurde der königsblaue Schal geschwenkt. Wir stellten die bessere Mannschaft und hatten natürlich mit Frank Rost den richtigen Schnapper im Tor. In solchen Spielen wird man zu einem Schalker Helden. Zwei Elfmeter in einem solchen Spiel, auf fremden Platz, dieses Spiel wird Frank wohl nie vergessen. Das sind Big-Points für ein Sportler-Leben.

Auf uns wartet heute wieder der normale Alltag. Wir treffen auf die Amateure von Mainz 05. Mainz spielt in der Regionalliga-Süd. Ein weiterer Test für unseren Rückrundenstart in drei Wochen gegen Preußen Münster.

Der Test endete mit 1:1. Nach einem 0:1 Rückstand nach der ersten Halbzeit gelang uns durch Abdul Iyodo noch der Ausgleich. T. Hajnal bereitete das Tor mustergültig vor. Unser Ungar absolvierte sein erstes Spiel seit einem halben Jahr. Hoffentlich bleibt er jetzt von Verletzungsproblemen verschont, er ist ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Spiel. Auch Christoph Müller gab ein sehr gutes Debüt im Schalker Trikot. Einige Male bewahrte er uns vor einem früheren Rückstand. Man merkte sofort das er mit der Mannschaft schon ein halbes Jahr trainiert. Somit hat er auch keine Eingewöhnungsprobleme.

Nun wünsche ich allen Schalkern ein schönes Wochenende.

Buyo

 
30.01.2004
  Nun wird es also nichts mit der zuerst vom Verein angedachten Fusion mit Wattenscheid. Aus Sicht der jetzigen U 23 eine durchaus positive Entscheidung. Die Wattenscheider tun mir sogar leid. Ich nehme an, viele Hoffnungen wurden mit dieser Fusion von Wattenscheider Seite verknüpft. Da immer wieder zu lesen war, sie hätten Probleme unter den jetzigen Umständen Regionalliga-Fußball in Wattenscheid anzubieten, kann man sich schon vorstellen wie wichtig ein Zusammenschluss aus Wattenscheider Sicht gewesen wäre. Nun kommt es halt nicht so und ich bin sogar froh darüber.

Dieses ganze Theater um die Fusion schwirrte doch in den Köpfen unserer Spieler rum. Für einige hätte das sogar baldige Veränderungen bedeutet, nun herrscht aber für alle Klarheit und die Arbeit in der Rückrunde wird sich leichter bewältigen lassen. Ich weiß nun auch, dass mein Arbeitsplatz weiterhin in Schalke liegt und darüber freue ich mich sehr. Ich habe vor 18 Monaten einen Vertrag bis 2007 in Schalke unterschrieben, weil ich für unseren Club solange arbeiten wollte und nicht für einen anderen Verein. Natürlich wäre ein eventueller Aufstieg mit unserem Kooperationspartner interessant gewesen, aber bis dahin wäre es ein sehr weiter Weg gewesen. So bleibt es wie es ist und die Profiabteilung hat auch in Zukunft direkten Zugriff auf unsere Spieler. Die A-Jugendspieler bekommen jetzt auch wieder eine Perspektive im eigenen Verein, dass halte ich für sehr wichtig.

Für die Wattenscheider ist das eine bittere Nuss. Hoffentlich gerät so ein Lebenswerk, wie das von Klaus Steilmann, jetzt nicht total ins schlingern. Denn bei aller Freude, würde es mir leid tun, wenn dieser Verein jetzt vor die Hunde geht. Klaus Steilmann und Hannes Bongartz haben mit viel persönlichem Engagement wahnsinniges in Wattenscheid bewirkt. Jahrelang spielten sie im bezahlten Fußball und das obwohl sie eingebettet zwischen Schalke, Bochum und Lüdenscheid liegen. Mein Respekt gehört den Leuten die in Wattenscheid jahrelang dafür gesorgt haben, dass dies überhaupt möglich war, aber ich freue mich auch weiterhin Schalker bleiben zu können und mit einem vollen und motivierten Kader in die Rückrunde zu gehen.

Heute gelingt uns dann noch ein Sieg bei unseren hochverschuldeten Nachbarn und dann wird bei den Profis in der Rückrunde richtig die Post abgehen.

Buyo

 
27.01.2004
  Auf Schalke gibt es ab heute in unserer Amateurmannschaft ein neues Gesicht. Mit der Verpflichtung von Christoph Müller konnten wir auf die Verletzung von Christopher Heimeroth reagieren. Da sich Christopher in der vergangenen Woche einen Finger beim Training brach, mussten wir auf den neu entstandenen Engpass auf unserer Torhüterposition reagieren. Ch. Heimeroth fällt noch einige Wochen aus. Ch. Müller trainiert schon seit dem Sommer bei uns mit und so lag es also nahe ihn in dieser Situation zu verpflichten. Doch beinahe wäre er beim Ligakonkurrenten aus Bremen gelandet. Nachdem er dort in der letzten Woche einige Tage mittrainiert hat, wollten die Bremer ihn am gestrigen Tag unter Vertrag nehmen. Wir kamen aber glücklicherweise noch rechtzeitig und somit gehört er ab sofort zu unserem Kader.

Christoph Müller absolvierte schon für Nürnberg und Oberhausen Spiele in der zweiten Liga. Auch in der Regionalliga war er bei Clubs aus dem Westen aktiv und mit seinen 28 Jahren gehört er in unserem Kader zu den Spielern die eine Mannschaft auch führen sollen. Er wird mit Sicherheit seinen Beitrag zu einer sportlich befriedigenden Saison beitragen.

Aber am gestrigen Tag verlies auch ein Spieler unseren Club, der auch einige Spiele in dieser Saison für unser Regionalliga-Team bestritten hat. Ich meine den langjährigen Profi, Marco van Hoogdalem. Marco erwies sich, nachdem ihn sein Entdecker und ehemaliger Schalke-Trainer Huub Stevens als Innenverteidiger in der Viererkette aufbot, als sichere Bank in der Schalker Mannschaft.

Leider machte ihm eine Hüftverletzung schwer zu schaffen und nun verschafft er sich wieder Spielpraxis bei seinem Ex-Club, Roda Kerkrade. Ich glaube, ohne diese Verletzung von Marco hätte der Verein einen Innenverteidiger für die nächste Saison weniger kaufen müssen. In der Innenverteidigung war er die Beständigkeit in Person. Aber auch Verletzungen gehören zu einem Sportlerleben, ich wurde glücklicherweise weitesgehend davon verschont. Sollte Marco eine schmerzfreie Rückrunde in Holland spielen, wird er mit Sicherheit wieder eine Alternative für die Schalker Mannschaft sein. Aber wie es auch kommt, er hat mit unserem Verein Geschichte geschrieben. 1997 kam er zu uns. Im UEFA-Cup durfte er damals noch nicht mitspielen, da er in der ersten Runde mit seinem alten und neuen Club aus Kerkrade gegen uns verlor. Aber durch die beiden Pokalsiege und in über 150 Pflichtspielen für den FC Schalke 04 hat er die vergangenen sieben Jahre entscheidend mitgeprägt.

Beiden Spielern, Marco van Hoogdalem und Christoph Müller, kann man für die nächsten Monate nur Glück wünschen.

Buyo

 
24.01.2004
  Im heutigen Testspiel gegen die Sportfreunde Siegen trennten wir uns mit 1:1. In der 16. Minute gelang uns die Führung durch Christian Petereit. Nach einer abgewehrten Ecke von uns, kam der Ball zu Benny Wingerter, der den Ball auf den zweiten Pfosten brachte und Christian Petereit konnte unbedrängt das 1:0 erzielen. Nach 75 Minuten gelang den Siegenern das kuriose Ausgleichstor. 18 bis 20 Meter vor unserem Tor gab es einen wollte einer unserer Spieler den Ball mit einem weiten Schlag klären. Ein Siegener Spieler brachte den Fuß dazwischen und aus diesem Pressschlag flog der Ball in hohem Bogen über unseren Torwart ins Tor. So ein Tor ist eigentlich ein Kandidat für das „Tor des Monats“.

Aber die Gäste hatten sich auch den Ausgleich verdient. Wir kamen kaum gefährlich vor das Tor, meistens fehlte der letzte Pass und so konnten wir den gegnerischen Keeper leider kaum beschäftigen. Klare Chancen blieben auch auf Seiten des Gegners Mangelware und so war es ein leistungsgerechtes Unendschieden. Nun bestreiten wir unser nächstes Testspiel am kommenden Samstag bei den Amateuren von Mainz 05.

Buyo

 
23.01.2004
  Nachdem ich in den vergangenen zwei Wochen zur Untätigkeit verdammt war, konnte ich heute nach Rücksprache mit meinem operierenden Arzt ins leichte Lauftraining einsteigen. Sollte ich nach einer Woche keine Probleme haben, so könnte ich in den ersten Februartagen wieder ins normale Mannschaftstraining einsteigen und das wird auch langsam wieder Zeit. Ich habe Entzugserscheinung, was für die eine die Zigarette ist, ist für mich das runde Leder.

Morgen spielen wir in Recklinghausen-Hillen gegen die Sportfreunde Siegen. Siegen spielt in der Regionalliga- Süd und ist für unsere Mannschaft eine richtige Standortbestimmung. Leider stehen uns wieder einmal nur 10 Feldspieler zur Verfügung und da Volkan Unlü mit den Profis zum Spiel gegen Gladbach fährt, werden wir insgesamt fünf A-Junioren mitnehmen. Das ist zwar eine bescheidene Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde, aber leider haben wir dieses personelle Problem schon seitdem ich mit Kleppo für die Amateure zuständig bin und eigentlich geht das einem auch manchmal richtig auf den Senkel. Der Traum von einem 18 – 20 Mann Kader wird für uns wohl bei Schalke nie in Erfüllung gehen. Nur leider wird man so auch nie den maximalen mannschaftlichen Erfolg erreichen können.

Nun spielen wir aber erstmal gegen die Siegener und hoffen darauf, dass sich in der nächsten Woche keiner mehr verletzt und vielleicht mit T. Hajnal ein Spieler wieder in den Spielbetrieb einsteigen kann.

Buyo

 
21.01.2003
  Bei unserem ersten Vorbereitungsspiel auf heimischem Boden unterlagen wir dem Tabellenführer der 2. Liga, R W Oberhausen, mit 4:1. Auf den Trainingsplätzen am Parkstadion gingen die Gäste nach zwei Eckbällen mit 2:0 in die Halbzeit. Bei Standards zeigte sich unser Gegner sehr gefährlich, aus dem Spiel heraus wurden sie in der ersten Hälfte kaum gefährlich. Wir zeigten einige Ansätze, Oliver Adler im Tor der Oberhausener wurde aber selten ernsthaft geprüft.

In der zweiten Hälfte erzielte zuerst unser Gast die 3:0 Führung, als ein Gästespieler frei am Strafraum zum Schuss kam und Unlü keine Chance ließ. Nach einem schönen Spielzug über die rechte Angriffseite passte Christian Szollar quer auf Alex Schiller und dieser traf mit dem rechten Fuß in die linke untere Ecke. Hoffentlich wird Alex dieses Tor Selbstvertrauen geben, er hat wirklich gute Veranlagungen, hadert aber meistens zu sehr mit sich selbst und spielt dadurch weit unter seinen Möglichkeiten. Oberhausen wiederum erzielte nach einer schönen Kombination das 4:1 und wir scheiterten noch einmal in viel versprechender Situation am neu eingewechseltem Gästekeeper.

Diese Niederlage geht in Ordnung, Oberhausen spielte abgeklärt und erzielte halt aus zwei Standardsituationen die Pausenführung. Wir spielten passabel mit ohne für die große Gefahr vor dem Gästetor zu sorgen. Aufgrund von diversen Verletzungen und der Nichtabstellung von Delura und Pander durch die Profis gehörten drei A-Junioren zum 16 köpfigen Kader. Die Jungs machten ihre Sache gut und besonders der von Anfang an eingesetzte Stefan Bork zeigte gute Ansätze.

Nachdem sich Christofer Heimeroth beim Training der Lizenzspieler einen Finger brach, könnten wir auf der Torhüterposition Probleme bekommen. Da nun in den nächsten Wochen Christopher ausfällt und Volkan Unlü bei den Profis auf der Bank sitzen wird, steht uns mit Manuel Lenz nur noch ein Torhüter zur Verfügung. Da Manuel verletzungsbedingt über 6 Monate ausfiel, braucht er auch noch seine Zeit um nach der langen Pause auf sein Leistungsniveau zu kommen. Als zweiter Torhüter würde dann ein Keeper aus der A-Jugend nach oben rücken. Aber vielleicht hat Christopher Heimeroth gutes Heilfleisch und kommt noch vor Rückrundenstart Ende Februar zurück.

Buyo

 
19.01.2004
  Da ich noch nicht die Gelegenheit hatte Christos Papadoupolus persönlich meine Genesungswünsche zu übermitteln, möchte ich sie erstmal auf diesem Wege aussprechen. Christos fiel ja ohne erkennbaren Grund einfach um und erlitt einen Herzstillstand, er musste von Doc Rarreck reanimiert werden. Nie hätte ich bei Christos mit einer solchen Sache gerechnet.

Papa ist im Schalker Lizenzspielerkader für die verletzten Spieler zuständig und absolviert mit diesen Spielern das Aufbautraining und führt sie wieder ans Mannschaftstraining heran. Er ist auf seinem Gebiet ein absoluter Fachmann und eine verdammt wichtiges Glied im Trainer- und Betreuerstab. Ihm war nie etwas zu viel. Man konnte immer zu ihm kommen, er nahm sich immer Zeit. Wie oft bat er mir seine Hilfe an, wenn ich wieder mit Knieproblemen gekämpft habe oder wenn ich zweimal am Tag ein medizinisches Gerät benutzen musste, bei den Profis aber trainingsfrei war, Christos war immer vor Ort.

Unzählige Male unterhielt ich mich auch mit ihm über Verbesserungen der Strukturen bei den Amateuren im präventiven Bereich. Immer hatte er ein offenes Ohr für unsere Probleme und half wo er nur helfen konnte. Er hat immer ein freundliches Wort auf den Lippen und eine sehr positive Ausstrahlung. Dazu noch seine Besessenheit in seiner täglichen Arbeit. Für mich ein positives Aushängeschild des Vereins und hoffentlich bald wieder auf den Beinen. Man redet immer über sportliche Ziele, Siege und Niederlagen, kassierte Tore und vergebene Chancen und dann wird man gnadenlos daran erinnert, dass es wesentlich wichtigere Dinge im Leben gibt. Ich freue mich jetzt schon wieder auf das nächste Gespräch mit Christos. Seine angenehme Art und sein berufliches Wissen machen ihn so wertvoll. Ich wünsche ihm eine schnelle Genesung und eine baldige Rückkehr in den Kreis seiner Familie.

Ein Wort auch noch zu Doc Rarreck, er hat großartige Arbeit geleistet. Glücklicherweise war Doc Rarreck sofort zur Stelle und konnte sofortige Hilfe leisten. Bis vor wenigen Jahren gab es nicht die tägliche Anwesenheit eines Arztes. Damals hätte man vielleicht sein Leben nicht retten können. Mein Dank gilt dem Doc und meine Hoffnung beruht auf eine vollkommene Gesundung von Christos.

Buyo

 
17.01.2004
  Heute stand der Veltins- Cup in Meschede auf unserem Vorbereitungsprogramm und im Gegensatz zur vorigen Woche, hat sich die Truppe gut verkauft. Nach Siegen gegen den VfL Bochum und dem SSV Meschede, bei einem Unendschieden gegen die Sportfreunde Siegen standen wir im Halbfinale. Dort gelang uns ein 1:0 Sieg gegen die Amateure von Hannover 96. Im anderen Halbfinale standen sich die Amateure aus Bochum und des FC Bayern München gegenüber. Dieses Spiel gewann die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet und so kam es zu einer Neuauflage des Vorrundenspiels.

In der Vorrunde gewannen wir noch souverän mit 3:0, im Finale unterlagen wir aber leider mit 1:0. Trotzdem kann man ein erfreuliches Fazit ziehen. Nach dem blamablen Auftreten in der letzten Woche beim Turnier in Hüls, war das die richtige Antwort. Das Team zeigte Charakter, Spielfreude und Laufbereitschaft. Solch eine Leistung ist Schalke würdig. Leider bekam Benny Wingerter eine Rote Karte im Halbfinale. Er soll einem Spieler von Hannover eine Kopfnuss verpasst haben. Das hat er aber definitiv nicht gemacht. Nach einem Foul gab es eine Rudelbildung und in diesem Pulk von Spielern fiel ein Spieler unseres Gegners um. Ich möchte das Foul von Benny und das anschließende Gerangel nicht entschuldigen, aber jeder der in dieser Situation eine Tätlichkeit gesehen hat sollte zu Fielmann gehen.

Leider hat der Gegenspieler auch seinen Teil dazu beigetragen indem er sich theatralisch fallen ließ. Zu allem Überfluss wollte der Schiedsrichter, natürlich mit dem nötigen Durchblick ausgestattet, unsere Nummer 19 des Feldes verweisen. Nur wenn einer mit dieser Situation gar nichts zu tun haben konnte dann wohl unsere Nummer 19. Da ich die Nummer bei den Amateuren trage und ich seit über einer Woche komplettes Sportverbot, aufgrund meiner Knieoperation, habe konnte ich es auch nicht gewesen sein. Das sagt schon einiges über die Art der Entscheidung aus.

Nun fallen leider zum morgigen Hallenturnier mit Benny Koch und Christian Szollar zwei weitere Spieler aus. Somit werden wir noch drei A-Junioren mit nach Ibbenbüren nehmen und hoffentlich an die heutige Leistung anknüpfen.

Morgen werden wohl auch wieder Iyodo und Amadou beim Training anwesend sein. Unsere beiden verschollenen Afrikaner, die sage und schreibe sich um 12 Tage verspätet haben. In 17 Jahren Seniorenfußball habe ich so etwas unkameradschaftliches noch nicht erlebt. Was diese Spieler sich erlaubt haben ist einfach ungeheuerlich. 12 Tage verspätet sich wieder zur Arbeit zu melden ist aus meiner Sicht nicht zu entschuldigen. Darauf kann es nur eine Antwort geben, es gibt weder in Frankreich, Deutschland, Spanien oder Italien einen Spieler, eines Proficlubs, der schon einmal so spät nach Urlaubende zum vereinbarten Training erschienen ist und wir haben sogar zwei davon. Mit so einer Einstellung kannst Du keinen Blumentopf gewinnen. Das sind Charakterzüge die man im Fußball nicht gebrauchen kann, weder in der Kreisliga noch in der Bundesliga.

Buyo

 
14.01.2004
  Bei äußerst schwierigen Witterungsverhältnissen trennten wir uns gestern 0:0 gegen den SC Verl. Auf dem Kunstrasen in Ostwestfalen, bei starkem Wind und Regen gelang beiden Mannschaften kein Tor. In unseren Reihen spielte Till Beckmann das erste Mal seit 8 Monaten wieder 90 Minuten. Manuel Lenz wurde in der Schlussphase, nach einer ebenso langen Pause, für Volkan Unlü eingewechselt. Patrick Prang gab nach 4 Monaten sein Comeback, musste dies aber aufgrund von Muskelproblemen schon nach 30 Minuten wieder abbrechen. Drei Spieler aus der A-Jugend verstärkten unsere Reihen und so hatten wir wenigstens einen Kader von 15 Spielern. Benny Koch und Tomas Hajnal werden vielleicht schon in der kommenden Woche wieder eingreifen.

Unsere beiden Afrikaner habe ich noch nicht gesehen, vielleicht kommen sie ja in den nächsten Tagen und treten ihren Dienst an. Es gibt im Moment über 200 arbeitslose Profis und die beiden machen einfach so eine Woche länger Urlaub. Seit dem Sommer trainiert bei uns ein arbeitsloser Torhüter mit Profierfahrung mit. Er sucht händeringend einen Verein, nur leider hat sich für ihn bisher kein Verein gefunden. Ein Spieler der gewissenhaft an sich arbeitet und endlich wieder in einem Punktspiel in die Kiste will, und was machen unsere Jungs, sie bleiben einfach länger in ihrer Heimat. Was geht in diesen Köpfen vor?

Beide waren vor der Saison ohne Verein und sie sehen tagtäglich einen Spieler im Training der ohne Club dasteht, aber lernen unsere Spieler daraus? Leider nicht und das kotzt mich an. Was ist das für eine Einstellung dem Beruf gegenüber? Kaum ein Verein kann noch große Transfers tätigen und mit solch einer Berufsauffassung werden Interessenten bestimmt nicht Schlange stehen. Was hilft das größte Talent, wenn man kein Herz hat und dadurch die Einstellung vermissen lässt.

Buyo

 
11.01.2004
  16 Mannschaften nehmen am diesjährigen Erdgas-Hallencup vom VfB Hüls teil. Von diesen 16 Mannschaften, die in 4 Gruppen gestern die Teilnehmer an der heutigen Endrunde ermittelten kamen, 12 Teams weiter. Wir schafften es, als klassenhöchstes Team, uns schon nach der Vorrunde zu verabschieden. Weder gegen Hüls, Spvgg Marl und dem Lüner SV reichte es zu einem Punktgewinn. Ohne Punkt beendeten wir die Vorrunde und schieden blamabel aus.

So darf eine Regionalligamannschaft nicht ausscheiden. Und da die Belastung niedriger war, als wir sie erwartet haben, trainierten wir kurzfristig auf dem benachbarten Aschenplatz an der Rundsporthalle in Marl. Da wir nun am heutigen Finaltag nicht mehr anreisen mussten, schauten wir uns gestern noch die Spiele an bis zum letzten Abpfiff. Da die 4 Gruppen auf den Vor- und Nachmittag aufgeteilt wurden, kamen wir wenigstens in den Genuss alle teilnehmenden Vereine unter die Lupe zu nehmen. Viele Clubs hatten uns in Punkto Einsatzbereitschaft und Spielfreude eine Menge voraus. Das am gestrigen Tag gesehene reicht bestimmt nicht für höherklassigen Amateurfußball oder sogar Bundesligafußball. Auf uns warten verdammt schwierige Monate, viele meiner Mitspieler wissen leider noch nicht was auf sie zukommt, aber mit einer solchen Leistung werden wir höchstens Kanonenfutter für die übrigen Teams.

Noch kann man den Schalter umlegen, aber in der nächsten Woche erwarten uns in Meschede und Ibbenbüren hochkarätige Gegner und mit dieser Leistung gewinnen wir keinen Blumentopf.

Buyo

 
09.01.2004
  Am vergangenen Mittwoch begann für uns die Vorbereitung auf die Rückrunde. Auch die Langzeitverletzten T. Hajnal, P. Prang, B. Koch und T. Beckmann konnten zumindest teilweise das Programm absolvieren. Unsere afrikanischen Spieler Amadu und Iyodo waren aber leider nicht zugegen. Sie sind immer noch in ihrem Heimatland. Am Wochenende sollen sie aus Nigeria endlich eintreffen. Warten wir es einmal ab! Wir reden hier über zwei Akteure, die am Saisonanfang ohne Club waren und die jetzt vier Wochen Urlaub hatten. Auch wenn sie in einer Amateurklasse Fußball spielen, Schalke 04 ist ihr Arbeitgeber, dort verdienen sie ihr tägliches Brot. Wir sind wahrlich nicht in einer berauschenden sportlichen Lage, wir müssen hart um den Ligaerhalt kämpfen, wir haben das letzte Spiel im vergangenen Jahr mit 0:5 sang- und klanglos gegen den Verein verloren, gegen den man nie so untergehen darf und zwei Spieler aus unserem ohnehin schon dezimierten Kader haben nichts besseres zu tun, als ihren Urlaub zu verlängern.

Jeder normale Arbeitnehmer kann nach solch einem Ding seine Sachen packen. Ich sehe darin eine Verarschung aller Verantwortlichen des Vereins und der Mitspieler. Wenn wir nicht im Moment wichtigeres zu tun hätten, müsste man den Hammer auspacken, so passt es einfach in die momentane Situation. Aus so einer Nummer kommt man nur mit sehr guten Argumenten, aber auch dann habe ich für ein solches Verhalten wenig bis kein Verständnis. Amadu war schon einmal Profi in St. Pauli und Abdul hat im vergangenen Jahr auch schon einige Spiele für unser Profiteam bestritten, wie kann man so fahrlässig mit seinen Chancen umgehen. Abdul hat die erste Hälfte der Hinrunde auf einem sehr guten Niveau gespielt und bestimmt sind einige Vereine auf ihn aufmerksam geworden, aber durch ein solches Verhalten kommt man bestimmt nicht in den Profifußball.

Leider kann ich persönlich auch noch nicht am täglichen Training teilnehmen. Nachdem ich am 03. Dezember an der Patellasehne operiert wurde, habe ich wohl zu früh mit dem Training begonnen. Auch mit 35 Jahren ist bei mir noch keine Vernunft eingekehrt. Ich wollte zu früh zu viel und nachdem ich Reha-Training absolviert habe und in den letzten Tagen auch täglich Lauftraining machte, wurde ich heute jäh von meinem operierenden Arzt gestoppt. Da mein Knie gereizt ist, wollte ich mir nur eine Spritze abholen und dann am kommenden Montag mit der Mannschaft trainieren. Nach der Behandlung wurde ein zweiwöchiges Sportverbot ausgesprochen. Ich darf weder auf das Fahrrad, noch im Wald laufen, an Fußball brauch ich gar nicht denken. Somit fehle ich bei den Hallenturnieren und den ersten Vorbereitungsspielen. Ich fühle mich wie ein kleiner Junge, dem Mann das geliebte Spielzeug abgenommen hat. Gerade das Spiel in der Halle hat mir immer Spaß gemacht.

Auf uns wird noch einiges in der nächsten Zeit zukommen und allein aus diesem Grund will ich wieder schnell ins Mannschaftstraining. Wir stehen vor verdammt schweren Aufgaben und zum Gelingen möchte ich schnellstens meinen Beitrag leisten.

Buyo