30.11.2003
  Unser spielfreies Wochenende nutzten wir um ein Freundschaftsspiel gegen Erkenschwick aus zu tragen. Am vergangenen Dienstag standen sich beide Mannschaften auf unserem Trainingsgelände gegenüber. Unter Flutlicht, aber eigentlich hat dieses Licht die Bezeichnung nicht verdient, gewannen wir knapp mit 2:1. Beide Tore erzielte Mijo Stijepic und drehte so einen 0:1 Rückstand gegen eine seht engagierte Verbandsligamannschaft. Das Team steht nicht ohne Grund an der Tabellenspitze. Für mich war die Partie schon nach 20 Minuten beendet. Zum ersten Mal seitdem ich Fußball spiele musste ich mit Muskelproblemen das Feld verlassen. Till Beckmann gab ein gutes Comeback in den letzten 20 Minuten. Nachdem er die gesamte Hinrunde aufgrund einer Verletzung ausfiel, präsentierte er sich in diesem Spiel als ob er nie weg gewesen wäre. Hoffentlich bleibt er von Rückschlägen verschont, er ist für mich – zusammen mit den anderen verletzten Spielern- ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Rückrunde.

Sonst wurde in der vergangenen Woche intensiv weitergearbeitet. Keiner von uns weiß endgültig ob die Partie gegen Lüdenscheid nun verlegt wird oder doch noch ausgetragen werden muss. Von den Ergebnissen her lief das Wochenende fast perfekt für unser Team. Die Team die hinter uns platziert sind kamen nicht zu Siegen, sonder nur zu Unendschieden. Egal ob es Wattenscheid, Sachsen Leipzig, Hamburger SV oder Neumünster waren. Und obwohl Neumünster nur 9 Punkte hat, so haben sie doch eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Im Spiel gegen uns gelang ihnen ihr erster Punkt und seitdem verloren sie kaum noch ein Spiel und Gegner wie St.Pauli, Werder Bremen oder auch Eintracht Braunschweig hatten riesiges Glück gegen den Aufsteiger. Erst jeweils kurz vor dem Abpfiff gelangen den Gegner die noch benötigten Tore. Diese Liga ist sowieso sehr ausgeglichen. Es gibt keine Top-Mannschaft, jeder kann eigentlich jeden schlagen. Leider wurden wir nur von einer Mannschaft beherrscht, dieses Team kommt aus unmittelbarer Nachbarschaft und einer ihrer größten Idole war Helmut Rahn. Auch gegen den Wuppertaler SV sahen wir schlecht aus, dass lag aber nicht unbedingt an deren Spielstärke, sondern an unseren Schwächen an diesem Tag, aber natürlich war auch diese Niederlage verdient.

Am morgigen Montag steht ein Vergleich mit Mainz 05 auf dem Programm. Antreten können wir aber nur wenn wir eine gemischte Mannschaft mit Lizenzspielern stellen, sonst bekommen wir leider keine elf Spieler zusammen.

Buyo

 
26.11.2003
  Sondermeldung – Sondermeldung – Sondermeldung Kantersieg für das Trainergespann der Amateure!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! In einem einseitigen Tischfußball-Spiel setzte sich heute G. Kleppinger und M. Büskens ohne größere Probleme in drei Sätzen gegen Eric und Steffi ( Freundin von Fabian Lamotte) durch. Unsere Gegner, die übrigens beide in der Jugend- und Amateurabteilung arbeiten und Bodo Menze tatkräftig unterstützen, hatten nicht den Hauch einer Chance. Sie verloren den dritten und entscheidenden Satz mit 10 : 3. Kleppo glänzte als Vollstrecker und ich brachte die gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung. Vergessen ist die unglückliche Niederlage vor einigen Tagen, als im dritten Satz ein Eigentor von mir für die Entscheidung sorgte. Buyo

 
24.11.2003
  Drei Tage habe ich mir jetzt nach unserer Niederlage Zeit gelassen um meinen Tagebucheintrag zu verfassen. Und das nicht ohne Grund. Aber zu allererst muss ich darauf verweisen, dass diese Niederlage in Ordnung geht. Wir haben zu wenig gebracht um einen Auswärtssieg zu landen. Kleppo warnte uns noch vor dem Spiel vor der rechten Seite der Paderborner und ihren Standardsituationen. Aus dem Spiel heraus hätten wir wenig zu befürchten und genauso kam es dann auch. Beim ersten Tor pfiff der Unparteiische zur Überraschung aller Elfmeter. Krösche ( der Mann von der rechten Seite) fiel im Strafraum, der besser postierte Linienrichter sah nichts, aber wir haben ja noch einen Mann mit der Pfeife und so gab es Strafstoss. Sogar die Gastgeber konnten ihr Glück kaum fassen und so verwandelte Gerov sicher zur 1:0 Führung. Wenig später entschied der Schiedsrichter, kurz vor dem Strafraum auf Freistoss. Einer unserer Spieler soll gefoult haben, ich möchte diese Szene nicht weiter kommentieren, aber im Münchner Derby gab es ja auch eine Hinausstellung, die keine war und so kann man feststellen, dass auch Männer in Schwarz Fehler machen. Der eigentlich harmlos getretene Freistoss wurde noch unhaltbar von einem Spieler abgefälscht und so Stand es nach zwei Standardsituationen 2:0. Wir waren aber selbst zu harmlos vor dem gegnerischen Tor und kamen vielleicht zu zwei halben Chancen. Nach dem Wechsel vergab Donkov eine hundertprozentige Möglichkeit zum 3:0 und hätte eigentlich damit alles klar machen können. Kurz darauf bekamen auch wir einen Strafstoss zugesprochen. Ein Stürmer von uns war vor dem Torwart am Ball und wurde von diesem dann gnadenlos rasiert. Gelb oder sogar Rot gab es natürlich nicht für dieses Vergehen, aber den Elfmeter verwandelte Gustavo Varela sicher zum Anschlusstreffer. Mit einem Freistoss erzielte Christian Pander noch das vermeintliche 2:2. Doch der Unparteiische gab diesen Treffer nicht. Er wollte diesen Freistoss mit einem Pfiff freigeben, als er dann pfiff, schoss Pande den Ball wunderschön ins Tor, der Schiri annullierte diesen Treffer aber wieder mit der Begründung, er hätte den Ball noch nicht freigegeben sondern nur die Mauer mit dem Pfiff zurückstellen wollen. Christian bekam dafür dann auch noch die gelbe Karte und auch wenn er schon für einige Gelbe Karten zahlen muss, weil er den Ball nach einer gepfiffenen Situation weggeschossen hat, für diese Aktion wird er mit Sicherheit nicht zahlen müssen. So gelang den Gastgebern nach einer Energieleistung über die rechte Seite die endgültige Entscheidung mit dem 3:1.

Ich möchte aber nicht den Eindruck entstehen lassen, es hätte nur am Schiedsrichter gelegen. Das wäre zu einfach, aber in manchen Situationen hätte ich nicht gewusst wie ich als 21 jähriger reagiert hätte. Mit dem Alter wird man wohl wirklich gelassener. Letztendlich lag es aber an unserer dürftigen Leistung, Paderborn ist bestimmt keine Übermannschaft, sie waren aber einfach abgeklärter, bissiger und standen kompakter als wir. Bei uns zeigte es sich einmal wieder, dass wir nicht in der Lage sind ein Spiel zu drehen. Nach einem Rückstand haben wir bisher nur noch zweimal Unendschieden spielen können. Wir müssen in der Defensive die Räume enger machen. Rückstände bedeuten für uns halt immer Punktverluste und so müssen wir in der Winterpause dort hinkommen Rückstände zu vermeiden. Unsere Stürmer brauchen für ihr Spiel Platz. Wir können nicht mit der Brechstange operieren, dafür fehlt uns die körperliche Durchschlagskraft. Alle unsere Stürmer sind schnelle, wendige Spieler, hervorragend am Ball, aber halt nicht kopfballstark und körperlich robust. Sie brauchen Platz um ihre Vorteile ausspielen zu können. Diese Räume gibt dir aber keine Mannschaft, die gerade in Führung gegangen ist. Dadurch das Mike Hanke im Bundesligateam gesetzt ist, ging uns der einzig kopfballstarke Stürmer verloren. Auch unter den verletzten Spielern die nach der Winterpause zurück kehren gibt es leider nicht diesen Spielertyp, mit den genesenen Spielern wie Koch, Beckmann, Hajnal oder Prang werden wir unser Niveau verbessern können, ein bulliger Stürmer, wie es ein Youri Mulder war, wird uns aber immer noch fehlen. Einer der in die Zweikämpfe geht und es in diesen auch mal krachen lässt, der mit dem Körper arbeitet und den Ball hält. Schon vor der Saison sahen Kleppo und ich diese Problematik, spätestens jetzt sollte man über eine Verpflichtung, falls ein solcher Spielertyp überhaupt zu bekommen ist, nachdenken.

Buyo

 
20.11.2003
  Heute gab es einen Gästebucheintrag eines Esseners, der es belustigend fand, das ich mich gegen das Plakat vom Auswärtsspiel an der Hafenstr. aussprach. Auf diesem besagten Spruchband stand etwas von „Tod und Hass“. Er fand das ganze noch harmlos und meinte ich würde in einer Traumwelt leben. Vielleicht lebe ich in einer Traumwelt, aber wo bleibt bei aller sportlichen Rivalität der gegenseitige Respekt.

Jeden Tag sehen wir Bilder von Terroranschlägen im TV. Egal ob Israel, Afghanistan, Irak oder jetzt in der Türkei. Verdammt viele unschuldige Menschen verlieren dabei ihr Leben. Unzählige werden schwer verletzt. Das ist wohl das wahre Leben. Diese Bilder sollten zum nachdenken anregen und auch bei anderer Gesinnung ,sollte man vernünftig miteinander umgehen. So eskaliert die Situation nur weiter.

Durch solche Aktion wie in Essen steigert man nur das Gewaltpotenzial in Fußballstadien. Wenn es wieder so sein soll, wie es in vergangenen Jahren ja oftmals der Fall war, das Väter sich mit ihren Kindern nicht trauen, solche reizvollen Derbys zu besuchen, dann ist das das Ende der gewaltfreien Fußballkultur. Ich erwarte nicht, dass Fans unterschiedlicher Vereine, Hand in Hand ins Stadion marschieren und sich nach dem Spiel in den Armen liegen. Ich hätte mir auch an diesem besagten Tage nichts sehnlicher gewünscht, als einen überzeugenden Auswärtssieg, aber dafür waren wir an diesem Tag zu schwach. Der Frust nagt auch heute noch an mir und trotzdem war ich einer der Ersten ,der diversen Essenern Spielern zum Sieg gratuliert hat Man muss auch in der Niederlage Größe beweisen. RWE Anhänger haben jetzt ein halbes Jahr Spaß in den Backen und wir müssen verständlicher Weise für unsere gezeigte Leistung Spott ernten. Das ist auch in Ordnung, aber dieses Spruchband ist Scheiße und gerade in der heutigen Zeit sollte man sensibler mit den Worten „Tod“ und „Hass“ umgehen.

Das ist nur die Meinung eines naiven Sportlers. Buyo

 
17.11.2003
  Ich habe bei meinem gestrigen Eintrag tatsächlich vergessen mich bei unserem Masseur Andre van Haaren zu bedanken. Da wir für die Jugend- und Amateurabteilung keine Eismaschine zur Verfügung haben und die Profis trainingsfrei hatten, fuhr Andre zu einer Mc Donald`s Fiale und besorgte sich auf diesem Wege Eiswürfel zur Erstversorgung bei Sportverletzungen. Ich möchte mich bei diesem amerikanischen Unternehmen für die unkomplizierte Hilfe bedanken. Dank ihrer Spende konnte ich mein Knie vor dem gestrigen Spiel kühlen und ohne große Schmerzen in das Spiel gehen. So haben Andre van Haaren und das große „M“ vielleicht entscheidend dazu beigetragen das gestern unsere Serie von sechs sieglosen Spielen zu Ende ging. Und da die Profis in den seltensten Fällen an unseren Spieltagen trainingsfrei sind, wir aber in solchen Fällen noch einige Schnellrestaurants in Gelsenkirchen haben, kann sich unsere Abteilung dieses Geld sparen und in andere Bereiche investieren.

Außerdem möchte ich mich bei meinem heutigen Fußballtennis-Partner, Fabian Lamotte, bedanken. Dank seiner Mithilfe gewannen wir gegen Mijo Stijepic und Christian Petereit insgesamt sechs Gatorade Flaschen. Somit bin ich für die laufende Woche ausreichend versorgt. Das soll es für den heutigen Tag gewesen sein und ein abschließendes „Prost“ auf Mijo und Petke.

Euer Buyo

 
16.11.2003
  Eigentlich wussten wir kaum noch wie man Spiele gewinnt und nach einer sechswöchigen Durststrecke gelang uns endlich der lang ersehnte Sieg. Mit 2:0 gewannen wir unser Heimspiel gegen Chemnitz. In der ersten Halbzeit war das Spiel noch sehr dürftig, wir hatten wenige gute Chancen, die größte als der Chemnitzer Torwart einen Kopfball von Charles Takyi an den Pfosten lenkte. Chemnitz verlegte sich auf Konter und hatte ihrerseits die größte Möglichkeit durch Ulf Mehlhorn, der aber am aufmerksamen Volkan Ünlü scheiterte. In der 58. Minute konnte ich dann nach einer Hereingabe von Mijo Stijepic zum 1:0 Führungstreffer einköpfen. In der Folgezeit hatten wir mehr Raum um unsere Angriffe vorzutragen. Beim 2:0 von Abdul Iyodo, spielte mich Michael Delura zwanzig Meter vor dem Tor an und ich spielte die Kugel mit der Hacke zu Abdul, mit einem satten Schuss in das kurze Eck überwand er den gegnerischen Schlussmann und es stand 2:0 für uns. Dieser Hackentrick von mir brachte mir einen neuen Spitznamen ein, nach dem Spiel nannten mich meine Mitspieler nur noch Zidane. Gibt es ein schöneres Lob. In den letzten 15 Minuten wurde es dann nur noch einmal gefährlich vor unserem Tor, nämlich als Mehlhorn den Pfosten traf. Wir hatten noch einige Kontermöglichkeiten, konnten aber leider keine nutzen. So blieb es beim verdienten 2:0 Sieg, wobei man dabei besonders das zu Null beachten muss. Im bisherigen Saisonverlauf war uns das kaum vergönnt. Besonders erwähnen möchte ich heute Sergio Pinto und Thomas Kläsener, beide wollten unbedingt bei uns mitspielen und das spricht für ihren Charakter. Ohne weitere Unterstützung aus der Profiabteilung gelang uns endlich wieder ein Dreier. Erwähnenswert war auch die Leistung von Takyi und Adamou. Beide kamen in den letzten Wochen nicht zum Einsatz, zeigten aber heute eine sehr ansprechende Leistung. Charly war an vielen gefährlichen Angriffssituationen beteiligt und Jaku putzte hinten alles gnadenlos weg. Ohne seine manchmal leichtsinnige Spielweise, spielte er konzentriert seinen Abwehrpart und hat gezeigt wie wertvoll er in dieser Verfassung für uns sein kann. Für eine kämpferisch tadellosen Leistung wurden wir belohnt, ein Benny Wingerter glänzte mit einer hohen Laufbereitschaft, Dirk Caspers spielte sehr engagiert auf der linken Abwehrseite, Volkan pflückte alle Flanken herunter und schnappte sich jeden auf das Tor geschossenen Ball, beide Stürmer bemühten sich, obwohl sie bei der kompromisslosen Art der gegnerischen Verteidiger es nicht leicht hatten und Abdul lief nach seiner Einwechslung immer wieder die freien Räume an und konnte so seine Schnelligkeit ausspielen. Das Tor war dann auch seine verdiente Belohnung.

Es klappte bestimmt nicht alles, aber das war auch nach sechs sieglosen Spielen nicht zu erwarten. Bemüht wurde sich und das sollte uns Auftrieb für das nächste Spiel in Paderborn geben.

Von Auftrieb kann man nach dem Länderspiel gegen Frankreich, für das deutsche Team nicht gerade sprechen. Zu eindeutig wurden sie von den Franzosen beherrscht. Die Pfiffe gegen die eigene Mannschaft ,in der Arena, konnte ich aber nicht verstehen. Man muss einfach die Klasse der französischen Mannschaft anerkennen. Dieser Gegner war für unser Team eine Nummer zu groß. Und ich bin froh darüber, solche Spieler live erleben zu dürfen. Zidane war einfach ein Genuss, sollte dieser Spieler einmal einen persönlichen Wasserträger und Schuhputzer benötigen, ich würde mich freiwillig melden. Das war Fußball vom anderen Stern. Oder diese Weltklassestürmer, wie sich Henry vor dem 2:0 durchsetzte war schon eine Kunst und dann spielt er noch den tödlichen Ball auf seinen Sturmpartner. Solche Akteure machen Fußball zu etwas besonderem und ich würde mir wünschen, dass wir einige dieser Akteure beim Champions-League Finale im Mai wieder sehen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit.

Euer Buyo

 
14.11.2003
  Die Tage nach der herben Derby-Pleite am vergangenen Sonntag waren bitter. Man sucht permanent nach Gründen für diese Schlappe, analysiert hin und her und muss im Endeffekt feststellen, dass wir im Moment nicht die Klasse haben um gegen einen Topfavoriten der Liga mithalten zu können. Nun sind wir im Spiel gegen Chemnitz unter Zugzwang. Personell können wir nicht aus dem Vollen schöpfen. Pander und Petereit fehlen wegen der fünften gelben Karte. Szollar hat sich im Spiel gegen Essen verletzt und kann nicht spielen. Da wohl van Hoogdalem und Varela nicht mitspielen werden, müssen wir die Mannschaft auf mindestens fünf Positionen verändern. Koch, Prang, Hajnal und Beckmann fallen noch bis zum Jahresende aus und mit Hanke, Kläsener, Pinto und Trojan muss ich nach deren guten Leistungen in der Bundesliga auch nicht mehr rechnen. So fällt also mehr als ein komplettes Team für dieses wichtige Spiel aus. Dazu belastet natürlich unsere jungen Spieler die Gerüchte um die Fusion mit Wattenscheid. Ein Wort an die Mannschaft aus dem Munde unserer Abteilungsleiter der Amateure würde vielleicht helfen. Doch eigentlich können nur wir als Mannschaft, im Verbund mit Kleppo, unserem Konditionstrainer Rouven, unserem Masseur Andre und Kalle dem Zeugwart, uns aus dieser unbefriedigten sportlichen Situation befreien und unserem Job 100 % tig nachgehen. Dann kann man uns nichts vorwerfen und in den Spiegel können wir auch schauen. Wir müssen noch enger zusammen rücken und verborgene Kräfte frei setzen. Aber gerade in der letzten Zeit fragte man sich schon hin und wieder nach dem Sinn des täglichen Schaffens. Wenn man mit einem Kader von 10 Spielern auf dem Platz steht und eigentlich an mannschaftstaktischen Defiziten arbeiten müsste, es aber aufgrund der dünnen Spielerdecke nicht geht. Dann trifft man an den Spieltagen auf eingespielte Mannschaften und wünscht sich diese Situation auch einmal für sein eigenes Team. Aber Dank der Mithilfe von Norbert Elgert sah ich in dieser Woche wieder Licht am Ende des Tunnels. Norbert schickte uns diese Woche zweimal Spieler seiner A-Jugend zum Training. Spieler des älteren A-Junioren Jahrgangs trainierten bei uns mit und erleichterten durch ihre Anwesenheit die Arbeit. Dinge wie das Verschieben einer Abwehrformation konnten endlich einmal trainiert werden. Trainingsinhalte die für andere Trainer in dieser Liga permanent auf dem Plan stehen. Es hat Spaß gemacht mit diesen ,zum Teil um 17 Jahre jüngeren, Spielern zu arbeiten. Bestimmt wird der ein oder andere am Sonntag in der Startformation stehen. Und ich denke, sie werden ihre Aufgabe hervorragend bewältigen.

Buyo

 
09.11.2003
  Glückwunsch an unseren heutigen Gegner aus der Nachbarschaft. Dieser Glückwunsch ist sogar ehrlich, auch wenn ich mich für unsere heutige Leistung schäme und ich mich für dieses Spiel unserer Mannschaft bei allen königsblauen Anhängern, die im Stadion waren, entschuldigen muss. Auch wenn es nur Regionalliga ist, aber das war eine meiner bittersten Pleiten seitdem ich Fußball spiele.

Mit 4:0 verloren wir unser Meisterschaftsspiel. Vor dem Spiel wurden wir freundlich mit einem Plakat aus der Fankurve des Heimvereins begrüßt, auf dem folgendes stand, „Tod und Hass dem S 04“. So etwas habe ich in 11 Jahren Ruhr-Derby gegen Lüdenscheid nicht erlebt und ich glaube nicht, dass solche, mindestens 20 Meter, breite Plakate in deutsche Stadien gehören. Leider konnten wir aus dieser Stimmung keine positive Energie ziehen. In der Anfangsphase sah es noch vernünftig aus, doch nach einer Viertelstunde konnte Köhler fünf Meter vor unserem Tor im Nachschuss das 1:0 erzielen. Volkan hielt den ersten Ball eines anderen Gegenspielers noch sehr gut, doch der Abpraller stellte kein großes Problem mehr da. In der Folgezeit hatten wir drei gute Möglichkeiten durch Abdul Iyodo, hatten aber auch unsererseits Glück, dass der Schiedsrichter beim vermeintlichen 2:0 auf Abseits entschieden hat. Doch nur wenige Minuten später, nach einer Ecke, klärten wir den Ball nicht aus der Gefahrenzone, sondern spielten ihn leichtfertig in die Füße des Gegners. Da wir alle aufgerückt waren, konnte ein Essener in die Mitte flanken, wo am zweiten Pfosten wieder Köhler wartete und unbedrängt einköpfen konnte. Damit war das Spiel eigentlich schon entschieden und kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel sogar noch das 3:0. Aus der gegnerischen Hälfte schlug einer meiner Mitspieler den Ball Richtung eigenes Tor und genau vor die Füße eines Borbeckers. Dieser lief dann auf unsere Abwehr zu und konnte nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Freistoß jagte Koen mit einem knallharten Schuss ins Tor. Die gegnerischen Fans feierten zur Pause schon einen leichten Derby-Sieg und wir gingen wie begossene Pudel vom Platz. In der zweiten Halbzeit traf nur noch B. Goldbaeck mit einem wunderschönen Schuss zum 4:0 Endstand. Zu allem Überfluss bekamen Pander und Petereit noch jeweils die 5. gelbe Karte und fallen für das Heimspiel gegen Chemnitz aus.

Wir sollten uns alle ganz dringend Gedanken über die Zukunft dieser Mannschaft machen. Die heutige Niederlage ist doch nur noch das i-Tüpfelchen auf unsere sieglose Serie. Kleppo kann einem schon leid tun. Er steht außer jeder Kritik. Ich habe auch keinen Bock mehr, immer wieder auf die gleichen Probleme unserer Mannschaft hinzuweißen. Das würde so nach Endlosschleife klingen. Mich kotzt es nur an, wenn ich Woche für Woche ohne Punkte nach Hause fahre und Schlappen wie die heutige ertragen muss. Da muss man noch die Fassung behalten und dem Gegnern gratulieren. Sie waren uns über die meiste Zeit in allen Belangen überlegen und das tut verdammt weh. Wir scheitern fast Woche für Woche an unserer grenzenlosen Naivität, eigentlich fehlt nur noch das wir die Tore für unseren Gegner selbst schießen, hilfreich stehen wir ihnen ja schon zur Seite.

Durch den Platzverweis von Anibal, der fünften gelben Karte von T. Haito und der schweren Verletzung von Tomaz Waldoch beim Spiel der Profis gegen Leverkusen, wird es bei ihnen wieder eng mit dem Personal. Da Petereit und Pander zum nächsten Spiel ausfallen, werde ich wohl in der kommenden Woche in die Kirche gehen und eine Kerze anzünden. Momentan können wir Hilfe von Oben gut gebrauchen. Wir gehen schweren Zeiten mit unserer Mannschaft entgegen. Trotz aller negativen Vorzeichen müssen wir uns jetzt aus der Scheiße ziehen. Keiner wird uns hilfreich die Hand entgegen strecken, dass muss schon unserer kleiner Kader und Trainerteam alleine bewerkstelligen. So schön die Entwicklung von Trojan, Pinto, Hanke und Kläsener für den Verein ist, aber mit diesen vier Spielern, die ja eigentlich fest für unseren Kader eingeplant waren, haben wir leider viel von unserem Potenzial verloren.

Es ist wie es ist und manchmal könnte man vor lauter Frust die Brocken hinschmeißen. Da zerbrechen sich Kleppo und ich stundenlang den Schädel und was passiert, man bekommt mit 4:0 einen auf den Sack. Dieses Spiel war ein herber Schlag ins Gesicht. Ich kann den meisten Jungs auch keinen Vorwurf machen, aber momentan sind wir so nicht konkurrenzfähig. Und abschlachten lassen möchte ich mich auch nicht Woche für Woche.

Buyo

 
05.11.2003
  Aus den von mir jetzt beschriebenen sechs Gründen freue ich mich auf unser Auswärtsspiel am kommenden Spieltag.

1: Es ist ein emotionales Derby mit einem Zuschauerbesuch von über 10000. In dieser ablehnenden Atmosphäre zu bestehen, ist eine riesige Aufgabe für unser junges Team. Für die Entwicklung unserer Spieler sind diese Partien wahnsinnig wichtig. Wer nach oben will muss auch vor einer Kulisse wie am Sonntag, in St.Pauli oder in Braunschweig bestehen. 2: Wiedersehen mit Sascha Wolf. Ich habe Sascha noch persönlich als Amateurspieler bei Schalke erlebt und in dieser Zeit traf er auch in der Bundesliga. Er hat drei Dinge die ich an ihm besonders schätze. Er weiß wo das Tor steht, er hat das Herz eines Fußballspielers und er ist ein feiner Kerl. Das er sich als Schalker in der Nachbarstadt durchsetzen konnte, spricht für Sascha. Einen solchen Typen würde ich gerne in unserer Mannschaft sehen, er wäre ein belebendes Element in unserem Team. 3. Als dritten Grund möchte ich Manni Sanders nennen. Er ist mir zwar persönlich noch unbekannt. Aber vor knapp 16 Monaten wollte er mich unbedingt zum Gegner des kommenden Sonntags holen. Vielfach versuchte er mir, in Telefonaten, einen Wechsel schmackhaft zu machen. Ich glaube, dieser Mann steht mit viel Engagement hinter diesem Verein. Vor solchen Leuten ziehe ich den Hut, egal welche Farben sie vertreten. 4. Markus „Benny“ Wedau möchte ich auch erwähnen. Mit Benny habe ich während meines Duisburger Gastspiels zusammen gespielt. Ein guter Spieler und noch besserer Kerl. Hätte mehr aus seiner Karriere machen können. In Duisburg jonglierten wir immer mit dem Ball vom Trainingsplatz bis zur Kabine. Die Strecke von ungefähr 200 m bewältigten wir relativ oft. 5. Biarne Goldbaeck ist ein weiterer Grund. Er ist ehemaliger Schalker und beim Abschiedsspiel von Ingo Anderbrügge spielte ich mit ihm für die Eurofighter. Wie die meisten Nordlichter ist auch er ein sympathischer Kerl.

Diesen vier von mir genannten Personen wünsche ich persönlich und sportlich nur das Beste. Nach dem Spiel vom kommenden Sonntag und bis zu unserem Rückspiel können alle ihre sportlichen Wünsche in Erfüllung gehen. Aber in diesen beiden Spielen möchte ich nur eins, jeweils drei Punkte und damit komme ich zum sechsten Grund.

6. Wo könnte, aus Sicht eines jeden Schalkers, unsere Negativserie besser enden? Doch wohl nur beim Nachbarn!!! Für unsere Mannschaft ist das eine Reifeprüfung. Um sie erfolgreich ablegen zu können, müssen wir alle mit Leidenschaft an die Aufgabe gehen. Für beide Mannschaften ist das ein besonderes Spiel. Das darf uns nicht in unseren Aktionen hemmen, sondern sollte Kräfte frei setzen.

Fair geht vor,

Buyo

 
03.11.2003
  Ich sehe etwas Licht am Ende des Tunnels. Nach vier Niederlagen in Folge spielten wir gegen Holstein Kiel zu Hause 1:1 Unendschieden. Unserem Gast aus Norddeutschland dürfte dieses Remis schmeicheln. Schon in der ersten Halbzeit hätten wir die Partie zu unseren Gunsten entscheiden müssen. Hamit Altintop und Simon Cziommer liefen jeweils alleine auf das gegnerische Tor zu und scheiterten am Pfosten. Simon verschoss leider auch noch einen Foulelfmeter.

Es spielte eigentlich nur eine Mannschaft, nur einmal kam Holstein gefährlich vor unser Tor. Daniel Teixera traf mit einem abgefälschten Schuss die Latte des von Christopher Heimeroth gehüteten Tors. Der Sack hätte eigentlich schon zu sein können und auch zu Beginn der zweiten Hälfte bestimmten wir das Geschehen. Doch wie so oft, wir vergaben unsere Chancen und der Gegner traf. Nach einem eigentlich planlos nach vorne geschlagenen Ball der Kieler wurde zuerst Marco van Hoogdalem unfair attackiert, danach ich beim Kopfball behindert, der Schiedsrichter ließ weiter laufen und so sprang der Ball vor die Füße von Teixera. Der Holstein-Stürmer verwandelte eiskalt und auf einmal stand es 0:1.

Wieder einmal drohten wir mit leeren Händen das Stadion zu verlassen, wir wollten den Druck erhöhen, gaben dadurch den Norddeutschen aber immer wieder die Gelegenheit zum Kontern. Wäre in dieser Phase das 0:2 gefallen, hätten wir wohl wieder einpacken können, aber diesmal wurden wir zumindest noch mit dem Ausgleich belohnt. Nach einem Freistoß von der rechten Seite kam ich zum Kopfball und konnte den Ball zum Ausgleich versenken. So mussten wir noch mit dem Ausgleich zufrieden sein, in einer Partie die eigentlich nur ein Team gewinnen durfte. Es war mein viertes Saisontor und dabei erzielte ich drei mit dem Kopf. Von meinen 20 Bundesligatoren habe ich bestimmt keine zwei mit dem Kopf erzielt, in der Regionalliga treffe ich aber immer mit dm Schädel.

Der gegnerische Trainer, Gerd Volker Schock konnte nicht verstehen wie ein alter Mann in dieser Situation ein Tor schießen konnte. Wenn er damit ein Problem hat, kann ich ihm die Situation noch einmal genau schildern oder die Kassette vom WDR schicken. Außerdem sollte er mal lieber den Fair-Play-Gedanken bei seinen Spielern vertiefen. Wie in der Vorwoche, so war es auch diesmal wieder eine Mannschaft aus dem Norden die nicht im Stande waren, einen von uns ins Aus geschossenen Ball nach einer Verletzung, zu uns zurück zu spielen. Wenn dieses unsportliche Verhalten in der Regionalliga Schule macht, dann bin ich wohl fehl am Platz. Beim Stand von 0:0 in der Mitte der ersten Halbzeit eine Angriff zu fahren obwohl wir wegen eines verletzten Spielers den Ball ins Aus spielten ist eigentlich ein Armutszeugnis für das gegnerische Team. In solchen Phasen sieht man auch den Charakter eines Spielers oder der gesamten Mannschaft. Sogar bei einem emotionsgeladenen Derby, wie unserem Spiel am nächsten Wochenende in Essen, erwarte ich eine solche Szene nicht.

Und damit bin ich schon beim Spiel des Jahres aus Sicht unserer Amateurmannschaft. Seitdem wir im vergangenen Frühjahr uneinholbar an der Spitze der Oberliga Westfalen standen, dachte ich nur an dieses Spiel und ich freue mich wahnsinnig darauf vor einer vollen Hütte zu spielen. Im Laufe der Woche werde ich noch näher auf diese Partie eingehen, nur eins möchte ich heute schon klarstellen. Natürlich kenne ich die Rivalität beider Fangemeinden, aber ich wünsche mir ein packendes Derby mit vielen Toren, wohin auch Eltern mit ihren Kindern gefahrlos hingehen können, egal welchen Fanschal sie tragen. Die Polizei hält diese Partie für höchst gefährlich, Essener und Schalker Anhänger sollten aber das Gegenteil beweißen. Unterstützung und Sprüche von den Rängen sind in Ordnung, Gewalt hilft keinem.

In diesem Sinne, Buyo