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Der Höhepunkt meiner Karriere (und sicherlich auch ein persönlicher Höhepunkt für viele von Euch)
war unser UEFA-Cup-Sieg in der Saison 1996/97. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal
meine damaligen Mannschaftskameraden ganz persönlich im vorstellen und
"Auf dem Weg zum Cup" auf diese
zwölf unvergesslichen Spiele zurückblicken.
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Jens Lehmann |
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Jens ist momentan der beste Torhüter der Bundesliga - leider spielt er jetzt im falschen Verein.
Trotzdem sollten wir Schalker ihn nicht auspfeifen. Er ist für mich der perfekte Keeper: Stark bei
Flanken und auf der Linie, kaum bezwingbar im Eins-gegen-Eins und fußballerisch seit seiner Zeit in
Mailand sehr gut. Unzählige Male habe ich nach dem normalen Training noch auf sein Tor geknallt. Sein
Ehrgeiz war damals kaum zu überbieten, von daher war seine sportliche Entwicklung logisch. Hoffentlich
kann er seine Klasse auch einmal über längere Zeit als Nummer eins in der Nationalmannschaft zeigen. Er
hätte es verdient.
Nie werde ich ein legendäres Tennisspiel auf einer Abschlussfahrt nach Mallorca vergessen. Er trat dort gegen unseren damaligen Trainer Jörg Berger an. Beim Einspielen schlug er fast jeden Ball ins Netz oder aus dem Feld. So lockte er den Trainer, der ihm dann ein Spiel über einen Satz um einen kleinen Geldbetrag anbot. Jens nahm dankend an und zeigte fortan seine wahre Spielstärke. Jörg Berger hatte nicht die Spur einer Chance und durfte löhnen.
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Mathias Schober |
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"Schobi" kam ursprünglich aus der eigenen Jugend. Deutete sein Talent schon an und zeigt jetzt in
Rostock, was in ihm steckt. Er ist ein guter Schnapper und ein genialer Typ. Man konnte jeden Tag mit
ihm und über ihn lachen. Einer meiner angenehmsten Mitspieler in 13 Jahren Bundesliga. Nachdem er
seinen 100. Bundesligaeinsatz hinter sich gebracht hat, muss er Thomas Linke und mich zum Essen
einladen. Das wird wohl nicht mehr lange dauern.
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Yves Eigenrauch |
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Yves passt absolut nicht in das Klischee eines Fußballprofis. Interessiert sich besonders für Kunst.
Bestimmt der erste Spieler auf Schalke, der ein eigenes Buch herausgebracht hat. Sensationell fand ich
in diesem Buch das Bild von einem spanischen Stromkasten.
Er war ein wahnsinnig bissiger Verteidiger, der aber wohl nie bewusst Foul spielte. Dachten Gegenspieler, sie hätten ihn abgeschüttelt, so stand er im nächsten Moment wieder vor ihnen und nahm ihnen den Ball ab. Sogar Ronaldo hatte nicht den Hauch einer Chance gegen den "Finnen". Arbeitet heute noch für unseren Club und kümmert sich um Veranstaltungen außerhalb des Fußballs. Gehört zu dem Verein wie das FC im Vereinsnamen.
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Radek Latal |
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Radek war unsere Allround-Waffe und damit unheimlich wichtig für unser Team. Nach den Verletzungen von
Youri und Martin kurz vor dem UEFA-Pokal-Halbfinale 1997 auf Teneriffa sprang er im Sturm ein. Konnte
dort mit seiner Schnelligkeit immer wieder Lücken reißen. War auf unseren Busfahrten oder im
Trainingslager mein Backgammon-Partner. Jede freie Minute haben wir am Brett verbracht. Nie werde ich
den Moment vergessen, als er mein Backgammon-Brett aus dem fünften Stock eines Hotels schmiss. Nach
einer Niederlagenserie drohte er mir damit und nach einer weiteren Niederlage setzte er zum großen Wurf
an und das Spielbrett flog durch das offene Fenster. Leider ging er 2001 zurück in seine Heimat. Bei
seinem Heimatclub hatte er wenig Glück und nach einem halben Jahr wechselte er nach Ostrau. Beim
Abschiedsspiel von Thöni sagte er mir noch, das sein Wechsel ein Fehler war und er lieber noch ein
oder zwei Jahre auf Schalke gespielt hätte. Die Einsicht kam leider zu spät. Freue mich immer ihn zu
sehen.
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Marco Kurz |
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Ein optimaler Profi und Riesen-Typ. Leider bekam er zu selten eine Chance. Obwohl er selten
Spielanteile bekam, ließ er sich im Training nie hängen sondern machte noch Überstunden. Absolvierte in
Valencia eine blitzsaubere Partie. Sein Werdegang freut mich ganz besonders. Er hat sich bei 1860 nicht
nur durchgesetzt hat, sondern wurde auch Kapitän dieser Mannschaft. Diese Anerkennung fehlte leider auf
Schalke, in München hat er sich dies aber verdient. Für die Löwen wäre es das Beste, man würde ihn in
die Vereinsarbeit integrieren.
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Johan de Kock |
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"Mr. Gnadenlos". Hat früher in Groningen sogar Stürmer gespielt, wurde dann aber richtigerweise zum
Abwehrspieler umfunktioniert. Johan hatte ein gutes Kopfballspiel und war sehr schnell. Sein
Ellbogeneinsatz bei Kopfballduellen war gefürchtet. Leider stoppte ihn eine schwere Knieverletzung.
Danach arbeitete er noch beim Bau der Arena mit. Unvergesslich wird für mich immer der Tag vor dem
UEFA-Cup Rückspiel gegen Teneriffa bleiben. Huub Stevens ließ Elfmeter üben und Johan schaffte es
tatsächlich von vier Strafstößen den Ball dreimal genauso am Tor vorbei zu schießen wie zwei Wochen
vorher im Hinspiel auf Teneriffa. Jeweils so seinen Fehlschuss zu kopieren, war eine grandiose Leistung.
Glücklicherweise kam es dann aber im Rückspiel nicht zum Elfmeterschießen.
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Thomas Linke |
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Am 01.07.1992 begann zeitgleich für uns der Dienst auf Schalke. In unseren gemeinsamen Jahren im Revier
nannte man uns schon "Twins". Ich glaube, auf Schalke wurde er etwas verkannt. Er war nie ein lauter
Mitspieler, sondern wollte durch seine abgelieferte Arbeit glänzen. Leider verließ er uns in Richtung
Bayern. Aus meiner Sicht hat man bei uns in diesem Moment geschlafen. Man hätte ihn halten sollen.
Durch den Vize-Weltmeistertitel in Japan und Korea hat er wohl seine letzten Kritiker verstummen
lassen. Trotz seiner Erfolge ist er auf dem Boden geblieben. War ein fester Bestandteil unserer
Kartenspielrunde. Nach Auswärtsspielen wurde oftmals stundenlang gespielt. Gerne erinnere ich mich an
einen gemeinsamen Abend bei ihm zu Hause. Steffen Freund, Thomas und meine Wenigkeit versuchten, mit
einer Kokosnuss zu jonglieren. Leider gelang uns das nicht, aber es hatte bestimmt nichts mit erhöhtem
Alkoholkonsum zu tun.
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Olaf Thon |
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Der Spieler mit der größten internationalen Erfahrung in unserem Team. "Thöni" ermöglichte mir einen
der schönsten Momente in meiner Laufbahn. Sein Pech war nämlich mein großes Glück. Durch sein
Missgeschick beim Elfmeter in Brügge kam ich in den Genuss meines einzigen Tores im Europacup und
diesen Augenblick werde ich wahrlich nie vergessen. Genialer Fußballer, der leider immer wieder durch
Verletzungen zurück geworfen wurde. Hat acht Jahre nach seiner gewonnenen Weltmeisterschaft nochmals
ein Comeback bei der WM in Frankreich gegeben. Ein absolutes Idol auf Schalke, hoffentlich gehen noch
einige Talente aus unseren eigenen Reihen seinen Weg. Einmal hat er mich aber schwer enttäuscht. Er
wechselte nämlich von unserem Kartentisch mit Thomas Linke, "Schobi" und mir zum Tisch der
Benelux-Fraktion.
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Jiri Nemec |
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Wir saßen jahrelang nebeneinander in der Kabine. Man nannte ihn ja den Schweiger, aber Jiri war ein
sehr geselliger Typ. Er war ein Weltklassespieler, verlor kaum einen Zweikampf und hätte er noch öfter
den Ball ins Tor geschossen, dann hätten ihn die italienischen und spanischen Vereine gejagt. Zwei Tage
vor einem UEFA-Cup Spiel bei Slavia Prag lud er uns mal in seine Stammkneipe ein.
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Martin Max |
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Martin ist ein echter Schalker Junge. Geboren auf Kohle und schon als Kind in der Nordkurve gestanden.
Vom ersten Tag nach seinem Wechsel von den Gladbacher Fohlen ins Parkstadion hat er mich sofort
überzeugt. Ein absoluter Killer im gegnerischen Strafraum. Ein wahnsinnig guter Stürmer, leider fiel er
damals kurz vor dem Halbfinale verletzt aus. Damals in Karlsruhe verletzten sich ja innerhalb von
wenigen Minuten Martin und Youri schwer. Im Rückspiel des Finales schoss er dann einen der Elfmeter zu
unserem historischen Sieg. Leider hatte er, aus meiner Sicht vollkommen unverdienter Weise, einen
schweren Stand in unserem Club. So einen Stürmer muss man normalerweise lange suchen. Ihn zog es dann
zu den Münchner Löwen. Hier wurde er zweimal Bundesliga-Torschützenkönig und kam zu einem Einsatz in
der Nationalelf. Eigentlich hätten es mehr sein müssen. Ich hätte noch gerne einige Jahre mit ihm
zusammen gespielt, leider trennten sich unsere sportlichen Wege. Er hätte mehr Respekt verdient gehabt.
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Ingo Anderbrügge |
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Jahrelang mein Partner auf der linken Spielfeldseite. Dass Ingo nicht ein Länderspiel gemacht hat, ist
eigentlich ein schlechter Witz. Aufgrund seiner Offensivleistung hätte er unbedingt ins Nationalteam
berufen werden müssen. Für die Drecksarbeit war ich dann zuständig. Sein linker Fuß war begnadet und
seine Schüsse gefürchtet. Verwandelte einen der Strafstösse im Elfmeterschießen von Mailand. Betreibt
heute eine Fußballschule für Kinder und spielt bei Rhein Fire American Football. Dort ist er natürlich
Kicker.
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Tom Dooley |
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Tom war in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld flexibel einsetzbar. Absolvierte unzählige
Länderspiele für die USA und nahm sogar an zwei Weltmeisterschaften teil. Ging nach seiner Zeit bei
uns, noch in die USA und spielte dort für Columbus Crew. Nach einigen Jahren in Amerika wurde er in der
Saison 2001/2002 für kurze Zeit Trainer beim 1.FC Saarbrücken.
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Youri Mulder |
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Leider konnte Youri weder im Halbfinale noch im Endspiel mitwirken. Durch seine schwere
Kreuzbandverletzung aus dem Karlsruhe-Spiel war er zum zuschauen verdammt. Auch wenn wir das Ding ohne
ihn gewonnen haben, er hat uns wirklich gefehlt. Er ist ein positiv "Bekloppter" auf dem Fußballfeld.
Nie werde ich seine Grätsche im Spiel gegen Roda Kerkrade vergessen. Das Spiel war noch keine zehn
Sekunden alt und Youri setzte sofort ein Zeichen. Diese Grätsche an der Mittellinie zeigte unseren
Gästen sofort, wer hier Herr im Haus ist und dass es für sie hier nichts zu holen gibt. Er bereitete
mir in Valencia auch ein persönliches Geburtstagsgeschenk. Mit seinem Tor zur 1:0 Führung bei den
Spaniern waren wir eigentlich schon in der nächsten Runde und so konnte ich unbeschwert meinen 29.
Geburtstag in Valencia feiern.
In den Jahren nach seiner Verletzung kämpfte er immer wieder mit Problemen an seinem Knie. Er konnte nicht mehr kontinuierlich trainieren und spielen. Es war schon beeindruckend, wie er immer wieder mit Rückschlägen umging und sich immer wieder aufrappelte. Nach der Saison 2001/2002 beendete er seine aktive Karriere und arbeitet jetzt für eine holländische TV-Anstalt. Mit Youri konnte man viel Spaß haben, er stellte sich aber nie persönlich in den Vordergrund sondern arbeitete immer für das Team. Mit ihm hat Schalke einen wichtigen Spieler verloren. Solche Typen braucht man in einem gut funktionierenden Team.
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Oliver Held |
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Mit "Heldi" kann man Pferde stehlen. Er ist eine Kraft-Maschine und bringt eine Menge Qualitäten mit.
Er wäre auch gerne weiter auf Schalke geblieben, da er sich mit seiner Familie sehr wohl bei uns
gefühlt hat. Sportlich war es aber wichtig, nach St. Pauli zu gehen. Dort hat er mehr Einsatzzeit und
rückt mehr in die Verantwortung. Auf ihn kann man sich absolut verlassen und ich glaube, sein jetziger
Trainer Franz Gerber (St. Pauli) sieht das ähnlich. Er ist ein mannschaftsdienlicher Spieler und
eigentlich traue ich ihm locker die erste Liga zu. Man braucht nur einen Trainer, der hinter Oliver
steht, und dann hat man einen perfekten "Teamplayer".
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Andy Müller |
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Damals mein Mitspieler und heute mein Chef. Er köpfte uns erst in den UEFA-Cup. Nach herrlicher Flanke
von Uwe Scherr, traf Andy im Spiel gegen Bayern München zum entscheidenden Siegtreffer und die damit
verbundene Qualifikation zum Einzug in den UEFA-Cup. Er legte also den Grundstein für diesen
sensationellen Erfolg. Andy war unser Mann im defensiven Mittelfeld, sehr laufstark und torgefährlich.
Er führte diese Mannschaft und unvergessen bleiben wird mir immer ein Freundschaftsspiel nach einem
Bundesligakick bei Werder Bremen. Wie er dieses Spiel über 90 Minuten durchgehalten hat, wird mir immer
ein Rätsel bleiben. Davor ziehe ich meinen Hut. Heute ist er die rechte Hand von Rudi Assauer und lernt
jetzt die andere Seite des Geschäfts kennen. Das ist bestimmt ein hochinteressanter Job, aber Freizeit
ist bestimmt für Andy ein Fremdwort geworden.
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David Wagner |
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David war wie Tom Dooley US-Nationalspieler und fehlte deshalb oftmals bei Spielen aufgrund von
Länderspielverpflichtungen. Schoss ein Tor im Spiel in Kerkrade. David rettete uns einmal vor einer
großen Blamage. Wir spielten ein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen und die Gäste verloren drei Spieler
durch Platzverweis. Wir lagen aber mit 0:1 hinten und kamen einfach zu keinem Tor. Erst David gelang
kurz vor dem Abpfiff wenigstens noch der Ausgleich und so blieb uns der Super-GAU erspart. Nachdem er
zuletzt bei Darmstadt 98 spielte und wir im DFB-Pokal aufeinander trafen, outete er sich im
anschließenden TV-Interview noch als Schalker. Das sagt eigentlich schon alles über diesen
sympathischen Kerl.
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Uwe Weidemann |
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Spielte nur die ersten beiden Runden mit. Wechselte dann zu Hertha BSC Berlin. Vielleicht ärgert er
sich darüber im nachhinein. Uwe war ein schneller Spieler hinter den Sturmspitzen. War aber leider
nicht mit so vielen Freiheiten ausgestattet wie es noch in Duisburg der Fall war. Er musste bei uns
etwas defensiver spielen und darunter litt auch etwas sein Spiel. Er war ein Akteur aus der alten
DDR-Schule und spielte mit Thomas Linke schon bei Rot- Weiß Erfurt zusammen. Heute trainiert Uwe die
zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf (Verbandsliga). Hoffentlich kann er helfen, Fortuna wieder
nach oben zu bringen.
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Marc Wilmots |
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Willi das Kampfschwein. Sein Name wird immer mit diesem Triumph in Verbindung gebracht werden. Er
schoss nicht nur den letzten Elfmeter in Mailand, er schoss auch den Treffer im Hinspiel bei unserem
Heimsieg gegen Inter. Er war unser Top-Torjäger und das Herz dieser Truppe. Er schonte sich nie und
musste dafür immer wieder mit Verletzungen bezahlen. Vor seinem zwischenzeitlichen Wechsel nach
Frankreich schenkte er mir noch seine Schienenbeinschoner (mit dem Emblem von Standard Lüttich). Ich
halte sie in Ehren und trage sie noch heute bei Spielen mit der Amateurmannschaft. Eigentlich wollten
wir nach unserer aktiven Laufbahn, zusammen einen belgischen Erstligisten trainieren. Daraus wird nun
erst mal nichts, da er momentan Teamchef ist und dieses Amt hoffentlich noch lange erfolgreich bekleiden
wird. Willi hat viel für unseren Club geleistet und ist nicht nur in Belgien ein Idol.
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Mike Büskens |
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Über mich möchte ich wenig Worte verlieren. Ich bin dankbar, dass ich in dieser Mannschaft spielen
durfte. Diese gemeinsame Zeit hat wohl alle Spieler geprägt und wird uns auf ewig verbinden. Das war
die schönste Zeit meiner Karriere. Man kann auch bei uns nicht von elf Freunden sprechen, aber der
Respekt und der Zusammenhalt war vorbildlich. Ein großer Dank geht auch an die Spielerfrauen. Sie haben
uns immer toll unterstützt, sie gehörten eigentlich mit zu diesem Team, genauso wie das Trainergespann,
der Arzt, die Masseure, der Manager und im ganz besonderen auch die Schalker Fans.
Egal wo wir gespielt haben, in Kerkrade, Trabzon, Brügge, Valencia, Teneriffa oder Mailand: Die Karawane zog mit und feuerte uns an. Ihr habt viel Mühen und Kosten auf euch genommen, wurdet aber dafür auch belohnt. Alle, die diese Spiele miterlebt haben, werden diese Momente nie vergessen. Darauf können wir sehr stolz sein. Dieser Sieg hat gezeigt: Vielleicht hat man nicht die Klasse seiner Gegner, aber gemeinsam kann man alles erreichen.
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Huub Stevens |
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Erst warfen wir ihn aus dem Cup ( Er war in der ersten Runde noch Trainer von Roda) und dann übernahm
er das Amt von Jörg Berger. Für Stevens ist Fußball nicht nur ein Job, es muss auch seine Leidenschaft
sein. Er ist ein sehr akribischer Arbeiter, der unzählige Informationen über Gegner und Spieler in
seinem Laptop gespeichert hat. Er wusste fast alles über unsere Gegner und ihre einzelnen Spieler. In
der Kabine hing dann vor jedem UEFA-Cup Spiel ein Blatt mit Stärken und Schwächen der einzelnen
Gegenspieler. Er beschäftigt sich 24 Stunden mit dem runden Leder und lebt diese Einstellung jeden
Tag vor. Wir waren bestimmt nicht immer einer Meinung, in meinem heutigen Arbeitsfeld als angehender
Trainer bringe ich aber für manche Sachen Verständnis auf. Es kommt halt immer auf die
Betrachtungsweise an. Er wird bestimmt noch einige Titel sammeln. Er hat nicht umsonst drei Pokale mit
unserer Mannschaft geholt.
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Hubert Neu |
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Hubert kam damals mit Jörg Berger nach Schalke. In dieser Zeit befanden wir uns in einer schlechten
sportlichen und wirtschaftlichen Phase. Hubert wollte für eine bessere Stimmung in der Mannschaft
sorgen und das ist ihm auch gelungen. Er organisierte die ersten Kabinenfeste. Da gab es dann Kuchen
oder auch warmes Essen und man quatschte noch nach dem Training zusammen. So lernten wir uns vielleicht
noch besser kennen und respektieren. Damals wurde der Grundstock für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.
Nach seiner Zeit auf Schalke ging er zu seinem großen Förderer Otto Rehhagel in die Pfalz.
Kaiserslautern war der Verein seines Herzens und daher natürlich beruflich ein Sechser im Lotto für
Hubert. Heute leitet er die Nachwuchsförderung bei den Roten Teufeln.
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